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Allgemeines

Die folgenden häufig auftretenden Symptome sind keinesfalls erschöpfend aufgezählt. Ihr Auftreten an sich muss nicht durch das BurnOut bedingt sein. Eine ärztliche Abklärung sollte daher in jedem Falle erfolgen! In ihrer Gesamtheit helfen die folgenden Schilderungen jedoch, ein evtl. vorliegendes BurnOut zu erkennen und die richtigen Rückschlüsse daraus zu ziehen.

Besonders wichtig ist an dieser Stelle der Hinweis, dass sämtliche hier zusammengetragenen Informationen auf den persönlichen Erfahrungen unseres Teams und eigenen Recherchen beruhen. Alle Angaben werden zwar nach bestem Wissen und Gewissen gemacht, dennoch haben wir keinerlei fachlich nachgewiesene Kompetenz oder gar über das normale Maß hinaus reichendes medizinisches Wissen. Das Lesen dieser Seite kann daher auf keinen Fall die Konsultation medizinisch geschulten Fachpersonals ersetzen!

 

Endstation BurnOut?

Jeder erlebt das BurnOut Syndrom wohl anders. Allen gemeinsam sind die verängstigte Grundstimmung und das ständige, allgegenwärtige Gefühl, unter Druck zu stehen. So wie es früher war, dass man sich bewusst entspannen und den Alltag bei Seite lassen konnte, ist es schon lange nicht mehr.

 Im Endstadium der Erkrankung gibt es unserer Auffassung nach schließlich drei Lager: Betroffene,

  1. die sich dem Druck in keiner Weise mehr gewachsen fühlen. Sie werden auf ein zertrümmertes Leben zurückblicken. Über die Jahre haben sie Ihr privates Umfeld durch die geschilderten Symptome massiv geschädigt oder fühlen sich vielleicht allein gelassen. Sie finden kein Sicherheitsnetz vor, welches sie, nun da sie vermeintlich am Abgrund stehen, auffangen könnte. Dass sie jedoch eine Wahl haben, alles herumreißen und jederzeit wieder am Leben teilnehmen können, können sie aus eigener Kraft nicht mehr erkennen. Sie rutschen oftmals in die schlimmste Krise ab und denken ernsthaft darüber nach, ihr Leben zu beenden. Akute, fachliche Betreuung ist absolut notwendig!
  2. die sich einigeln und vor der Außenwelt verstecken. Sie haben auf ihr Privatleben ebenfalls extrem eingewirkt und weitreichende Umbrüche verursacht. Dennoch fühlen sie sich bei ihrer Ansprechperson gut aufgehoben. Sie entwickeln immer mehr die Angst, das verbliebene Stück Normalität zu verlieren. Oft ist damit auch unbegründete Furcht verbunden, schwer körperlich zu erkranken und daran gar zu versterben. Die Panik vor der eigenen Endlichkeit überlagert alle Emotionen und wird lebensbestimmend. Selbstmordgedanken werden hierbei eher selten entwickelt.
  3. die sich gänzlich extrovertiert geben und ihr Umfeld damit massiv belasten. Sie geben den empfundenen Druck weiter, verlangen hohe Leistung von ihrem Umfeld und tolerieren Fehler bei anderen genauso wenig, wie bei sich selbst. Oft geben das private und berufliche Umfeld den Druck erneut, aber auf unterschiedliche Art und Weise, wieder an den Betroffenen zurück. Der Kreis schließt sich.

Fertige Buerofrau

Wenn Du Dich in der obigen Beschreibung wiederfindest oder Parallelen zu Deiner Lage ausmachen kannst, sei Dir an dieser Stelle gesagt: Es gibt Hilfe und Du kannst das schaffen. Ich selbst (BOF-Betreiber Samson) habe über mehrere Jahre hinweg alle Stadien der Erkrankung durchlaufen und fühle mich heute wieder fröhlich, kann unbeschwert sein und freue mich auf den nächsten Tag. Es wäre gelogen zu behaupten, dass man nie wieder Angst haben oder nie wieder depressiv werden wird. Das alles wird jedoch wieder einen normalen Rahmen annehmen. Schließlich hat jeder mal einen schlechten Tag oder fürchtet sich vor einem bevorstehenden Ereignis. Du schaffst das! Du bist nicht allein! Sieh Dich in Forum, Community, Chat, Blog ... um und überzeuge Dich davon!

Jeder der Selbstmordgedanken hegt, sollte dringend (und zwar sofort) Rat bei einem Arzt suchen. Auch wenn es sich im Moment so anfühlt, der "Freitod" ist kein solcher. Man weiß nicht mehr weiter und wählt die vermeintliche Ultima Ratio und möchte sein Leben beenden. Von "frei" kann dabei ganz bestimmt nicht die Rede sein. Du musst Dir darüber bewusst sein, dass dieser Wunsch mit einer Besserung Deines Zustandes SOFORT weg sein wird. Momentan kannst Du nicht klar denken und solltest daher nicht allein entscheiden, wie es weitergeht! Wenn schon nicht einen Arzt, dann beziehe eine zuverlässige Person Deines Vertrauens mit ein! Foren, Selbsthilfegruppen oder Telefonseelsorge sind jetzt allein nicht mehr die richtigen Ansprechpartner. Daher noch einmal: Du solltest jetzt zum Arzt gehen!


 

Psychosomatisch = eingebildet?

Diffuse gestalt

Die psychischen Ursachen werden immer schlimmer und der Körper hält irgendwann dem Druck nicht mehr Stand. Zunächst wird vielleicht der Hausarzt feststellen, dass man immer häufiger an leichten Infektionskrankheiten leidet und ungewöhnlich schwere Verlaufsformen auftreten. Der Blutdruck steigt vermutlich langsam aber sicher an. Kopfschmerzen und Verdauungsprobleme nehmen zu. Nahezu jeder Betroffene hat individuelle Symptome, die in ihrer Gesamtheit auf ein BurnOut-Syndrom hinweisen. Der Hausarzt wird sich mit einer Diagnose sehr schwer tun und vielleicht nicht die richtigen Rückschlüsse ziehen können. Er sieht einen ständig leistungsfähigen und -willigen Patienten und kennt die seelischen Hintergründe nicht. All das kann nach langer Krankheitsphase zu einer tatsächlich physiologisch vorhandenen Erkrankung führen.

Sind die "kleinen" Erkrankungen denn nun eingebildet? Nein! Psychosomatisch heißt, dass diese Symptome durch den schlechten seelischen Zustand ausgelöst wurden. Möglicherweise liegt eine Ursache (z.B. Virusinfekt) vor, diese wäre jedoch bei intaktem Immunsystem nicht oder nicht so heftig ausgefallen. Es besteht also keinerlei Veranlassung, sich als Hypochonder zu fühlen, denn das ist nicht der Fall. Lieber einmal mehr abklären lassen, als hinterher die Folgen zu tragen. Die ärztliche Konsultation ist ein wichtiger Bestandteil des steinigen Weges auf "Heilung" des BurnOut.

Die empfundenen Symptome und die erlebte Krankheit sind echt, lediglich die Ursachen sind möglicherweise anders, als üblicherweise zu erwarten wären. Sie liegen im psychischen Bereich, haben aber echte körperliche Auswirkungen. Dies wird schon durch den Begriff psychosomatisch (übersetzt: der Spross / Keim / Ursprung liegt in der Psyche, also in der Seele)

 

Lustlosigkeit, Vereinsamung

Man merkt es eigentlich kaum, aber man sucht zusehends Gründe, um an diversen Tätigkeiten nicht teilnehmen zu müssen. Das Unterbewusstsein hat längst verstanden, dass Körper und Geist an ihre Leistungsgrenze gestoßen sind und versucht, sich so eine Ruhepause zu verschaffen. Es fehlt letztendlich der Antrieb zu jeglicher Tätigkeit. Schon beim Aufstehen versucht man zwanghaft zu rechtfertigen, nicht zur Arbeit, zu privaten Veranstaltungen oder anderen Aktivitäten zu gehen.

Mittelfinger

Es entsteht eine Art soziale Isolation. Der Freundeskreis zieht sich zurück oder wird immer mehr auf Distanz gehalten. Eine Art Einsiedlerleben ist die Folge. Eine Eigenart der Krankheit ist es jedoch, sich zusehends zu verschlechtern. So wird der Wunsch, sich vom Umfeld abzugrenzen immer stärker und es kommt zu ausgeprägten Paniksituationen. Schon die einfache Einkaufsfahrt wird zum Problem. Man hat das Gefühl, von allen beobachtet zu werden und bezieht jedes Lachen, jedes Gespräch auf sich.

Das Selbstwertgefühl ist im Keller und drückt auf's Gemüt. Die körperliche Reaktion auf diesen inneren Kampf wird früher oder später die Panikattacke sein, welche als solche häufig nicht erkannt wird. Aufkommendes Herzklopfen, starkes Schwitzen und Zittern erzeugen physisches Unbehagen.

Die Vermeidung jeder Art als negativ empfundenen Einflusses wird zum Hauptgeschäft des täglichen Lebens. Das Unterbewusstsein übernimmt die Steuerung und dirigiert den Betroffenen in unbekannte Gewässer. Schließlich verliert er sein bisher gewohntes Lebensgefühl und droht womöglich in die dauernde Depression abzugleiten.

Lustlosigkeit kann aber auch durchaus wörtlich genommen werden. Fehlende Lust kann sich auch auf die sexuellen Aktivitäten auswirken. Man distanziert sich aus unterschiedlichsten Gründen vom Partner. Vielleicht fühlt man sich der körperlichen "Anstrengung" einer sexuellen Aktivität nicht mehr gewachsen oder möchte einfach für sich allein sein. Möglicherweise sieht man sich aber auch mit der Problemstellung konfrontiert, dass der Geschlechtsakt aus rein praktischen Gründen (z.B. Erektionsstörungen, trockene Scheide ...) nicht mehr funktioniert. Hierrüber sollte man nicht in Panik geraten, sondern sich ebenfalls der Ursache des Problems zuwenden und die ganze Angelegenheit mit dem Partner erörtern.

Viele BOler wären erstaunt, wenn sie wüssten, wie hilflos ihre Partner bezüglich ihrer Lage sind. Woher sollen sie auch wissen, was vor sich geht? Miteinander zu sprechen ist wohl die wichtigste Therapieform im Rahmen eines BurnOut.


Panikattacken


Diese Zustände stellen sich immer häufiger ein. Gemeint ist damit nicht nur das "echte", emotional empfundene Angstgefühl sondern vielmehr die körperliche Reaktion, die über einen sehr großen Zeitraum hinweg provoziert wurde. Situationen, welche normalerweise von Natur aus gemieden werden (Konflikt, Hochleistung oder andere Ausnahmesituationen) bewegen den Körper dazu, Adrenalin und andere Stresshormone auszuschütten.

Panik weinen

Dadurch entsteht positiver und evolutionär sinnvoller Stress, sogenannter Eustress. Um auf den Punkt maximale Leistungsfähigkeit zu erreichen (Kampf, Flucht ...) ist das durchaus sinnvoll und war lange Zeit für das Leben unverzichtbar. Die Stresshormone wurden im folgenden Kampf (oder auf der Flucht) aber auch sofort "verbraucht". Heute geschieht das nur noch selten. Der Stresszustand wird durch den ständigen Druck immer länger aufrecht erhalten, die folgende Flucht- oder Kampfsituation bleibt jedoch fast immer aus. Es kommt daher auch nicht zu den gewollten Trainings- und Anpassungseffekten, die beim Eustress gewünscht sind.

Im BurnOut-Syndrom reicht der Ausgleich bei weitem nicht mehr aus und der Eustress wächst zum Dis-Stress an. Es kommt zu einer chronischen Überlastung mit sehr vielen negativen Auswirkungen (erhöhte Herzfrequenz, andauernd hoher Blutdruck, Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, Ruhelosigkeit ...). Vermeintlich alltägliche Situationen wie das Stehen in der Kassenschlange, können dann eine Fluchtreaktion auslösen. Das Herz klopft wie wild, der Schweiß steht auf der Stirn, man zittert am ganzen Körper. Die Maschine Mensch arbeitet auf Hochtouren, obwohl man emotional  zunächst relativ ruhig ist. Wer jetzt nicht erkennt was passiert, steuert unaufhörlich auf den gefühlten Abgrund zu.

Schließlich gerät das empfindliche Gleichgewicht der beiden antagonistischen Nerven "Sympathikus" (ergotrope Wirkung: Leistungssteigerung, Angriffs- oder Fluchtverhalten und besondere Anstrengungen) und "Parasympathikus" (trophotrope Wirkung: Regeneration und Aufbau körpereigener Reserven) aus den Fugen. Dabei werden die grundlegenden Mechanismen bei Aktivität und Erholung gestört.

 

Schwindel

 

Teilweise extremer Schwindel, welcher attackenartig auftritt und oft nicht genau diagnostizierbar ist. Sämtliche Anzeichen einer körperlichen Erkrankung (Drehnystagmus, Ansprechen auf medikamentöse Therapie ...) liegen vor. Der Schwindel verbessert sich oder verschwindet nach entsprechender Behandlung / Krankheitsphase. Diese Besserung dürfte wohl jedoch eher mit der dazugehörigen Erwartungshaltung (Placeboeffekt) und der stressminimierten Erholungsphase (Krankschreibung) zusammenhängen.

Schwindel der sich über eine längere Zeit hält, hängt oft mit der Gesamtstressbelastung zusammen. Hoher / niedriger Blutdruck, diverse Kreislaufprobleme usw. können zu solchen Symptomen führen. Oft wird der Schwindel als ein Zeichen des Losgelöstseins empfunden. Man fühlt sich haltlos und aus jeglicher Sicherheit herausgerissen, trudelt durch unbekannten Raum. Der Betroffene verliert seine Sicherheit, fühlt sich aus dem Umfeld gelöst und hilflos.

Auf die leichte Schulter darf der Schwindel nicht genommen werden. Sollte eine physische Problemstellung vorliegen, ist oft zeitnahes und gezieltes Handeln durch einen Facharzt die einzige Möglichkeit, bleibende Schäden zu vermeiden. Ich habe mich daher seinerzeit in die Obhut eines HNO-Facharztes begeben, der übrigens sofort meine Misere erkannte, obwohl ich ihm nicht davon erzählt hatte. Scheinbar ist Schwindel ein häufiges Stresssymptom.


Tinnitus

TinnitusEin Tinnitus ist ein anhaltendes und häufig als extrem störend empfundenes Ohrgeräusch. Es tritt oft als lautes Pfeifen oder extremes Rauschen auf. Es wird oft durch Stress und / oder Durchblutungsstörungen sowie Knalltraumata hervorgerufen. Psychosomatisch (hier durch Stress) ausgelöst wird es zum allgegenwärtigen Störfaktor. Der Betroffene kann sich auf nichts anderes mehr als das Ohrgeräusch konzentrieren.

Durch entzündungshemmende und / oder durchblutungsfördernde Medikation oder Infusionen wird versucht, dauernde Schäden zu vermeiden. Oft kommt es im Laufe einer entsprechenden Krankheitsphase, in der man der Arbeitsstätte fern bleibt, zu einer Besserung. Ob diese nun durch die Medikation oder die verbesserte Grundsituation (minimierter Stress) verursacht wird, wird sich nur schwer klären lassen. Ich habe bereits Äußerungen von HNO-Fachärzten vernommen, die der Ansicht waren, dass eine medikamentöse Behandlung in solchen Fällen nicht angezeigt ist. Ich für meinen Teil würde sehr genau abwägen, ob ich eine Behandlung rein auf Verdacht ablehnen würde. Im schlimmsten Fall wird so die Chance auf Besserung verschenkt, weil man ein psychosomatisches Symptom vermutete, welches ggf. keiner Behanldung bedurft hätte. Eine genaue Nutzen- / Risikoabwägung sollte zusammen mit dem Arzt vorgenommen werden.

Grundsätzlich gilt: Das Ohrgeräusch darf nicht zum Lebensmittelpunkt werden. Es heißt also, dringend Ablenkung und Entspannung zu finden. Beim Lesen nebenher das Radio laufen lassen. Gerade so laut, dass man das Ohrgeräusch nicht wahrnimmt. Abends mit Fernseher (oder ähnlichem) einschlafen. Zu allererst sollte man versuchen, einfach nicht hinzuhören. Das klingt jetzt blöd, ist jedoch für Massen an Tinnituspatienten eine optimale und medikamentenfreie Lösung und hat auch mir geholfen. Ich nehme das Geräusch heute nicht mehr wahr. Beim Schreiben diese Artikels habe ich es zwar vernommen, weil ich daran gedacht habe, aber ich empfinde es inzwischen als Fakt, genauso wie ich mich nicht darüber beschweren kann, dass ich jederzeit Atmen muss, auch wenn ich schlafe. Eine positive Grundeinstellung sollte angestrebt werden.

 

Konzentrationsschwäche

Verzweifelte FrauDie physische Abgeschlagenheit und das emotionale Dilemma machen ein konzentriertes Arbeiten immer schwerer. Immer leichter gleitet man inhaltlich ab, wodurch Unzufriedenheit und weiterer Druck entstehen. Das persönliche Dilemma verstärkt sich. Wir befinden uns nahe an der Belastbarkeitsgrenze.

Oft wird diese Konzentrationsschwäche wahrgenommen, als befände man sich in einer Seifenblase oder in Watte gepackt. Das Gefühl, direkt und ohne Umweg mit seiner Realität und Umwelt verbunden zu sein, geht verloren. Irgendwie scheint alles indirekt zu sein. Es drängt sich der Eindruck auf, man könne nicht mehr aktiv teilnehmen und keinen Einfluss mehr auf sein Umfeld nehmen.

Schon scheinbar leichte Aufgaben werden nahezu unlösbar. Die gefühlte Anstrengung ist enorm. Es kann schließlich zu einer regelrechten Blockade kommen.


Schlafstörungen

MuedigkeitNur schwer findet man körperlich zur Ruhe. Aufgrund der erhöhten Kreislauftätigkeit (Herzfrequenz und hoher Blutdruck) fühlt man sich oft aufgekratzt und ruhelos. Es fühlt sich so an, als müsse man die Beine unbedingt bewegen (Restless Legs Syndrom), sonst würde man verrückt. Der durchlaufene Tag erscheint in unterschiedlichsten Facetten vor dem inneren Auge, wird kritisch analysiert und viel zu oft als "nicht erfolgreich" eingestuft. Die für einen erholsamen Schlaf notwendige Ruhe stellt sich nicht ein. Die kurzen und traumhaften Schlafperioden können den alltäglichen Druck nicht mehr ausgleichen.

Das empfindliche Gleichgewicht der beiden antagonistischen Nerven "Sympathikus" (ergotrope Wirkung: Leistungssteigerung, Angriffs- oder Fluchtverhalten und besondere Anstrengungen) und "Parasympathikus" (trophotrope Wirkung: Regeneration und Aufbau körpereigener Reserven)  ist möglicherweise bereits aus den Fugen geraten. Dabei werden die grundlegenden Mechanismen bei Aktivität und Erholung gestört.

 

Müdigkeit

Das ständige Erbringen körperlicher oder psychischer Höchstleistung, auch wenn man sich vermeintlich in Ruhe befindet, bringt nach einiger Zeit einen chronischen Erschöpfungszustand mit sich. Andererseits befindet man sich möglicherweise bereits in einer fortgeschrittenen Phase einer Depressionskrankheit. Beides bewirkt ein anhaltendes Gefühl der Erschöpfung.

Dazu kommt: In dieser Phase der Erkrankung findet man keine Ruhe mehr. Selbst in den seltenen Ruhepausen geht man immer wieder die alltäglichen Abläufe durch. Die quälende Frage, was man hätte verbessern oder verändern sollen, was andere von einem denken usw. lässt sich nicht verdrängen und verhindert eine adäquate Erholung.

Gönnt man sich plötzlich doch eine Pause, fällt es schwer oder ist gar unmöglich herunterzufahren und für effektive Entspannung zu sorgen. Ist die Erholungsphase lange genug den Teufelskreis zu durchbrechen, sacken Körper und Geist unter den abnehmenden Mengen an Stresshormonen regelrecht in sich zusammen. Es kommt zu einem Tief oder gar zum finalen Zusammenbruch.

Die Grenze zwischen BurnOut und Depression, insofern sie überhaupt vorhanden ist, ist nicht klar definiert. Hier streiten sich die schlauesten Köpfe und vertreten teils sehr unterschiedliche Standpunkte. Das BOF geht davon aus, dass die Depression bei fortschreitendem BurnOut-Syndrom eine zunehmend wichtige Rolle spielt. Es muss nicht jedes BurnOut in eine Depression münden, doch ist die Wahrscheinlichkeit unserer Ansicht nach sehr hoch.


Geringe Fehlertoleranz

AggressivScheinbar keine Aufgabe kann optimal gelöst werden. - Man wird vom Vorgesetzten auf eine kleine Ungereimtheit hingewiesen oder kann die sportliche Herausforderung nicht im erwarteten Maße erfüllen. - Leistungen, die andere komplett zufrieden stellen würden, genügen der eigenen Erwartungshaltung nicht.

Zusehends steigt nun der innere Druck. Zunächst unbemerkt zieht der Körper alle Register, um das gewünschte Pensum zu erbringen, damit das Gefühl versagt zu haben, nicht eintritt. Vor allem der Botenstoff Adrenalin spielt dabei eine große Rolle. Er wird in rauen Mengen ausgeschüttet und ermöglicht es, dauerhaft in Höchstform zu sein. Doch ausgelegt ist unser Körper dafür nicht. Das Hormon soll kurzzeitig Energie für Flucht oder Kampf zur Verfügung stellen, überflutet nun aber dauerhaft unseren Organismus, was über kurz oder lang zu Schäden führen kann.

Richtig erfüllt fühlt man sich schon lange nicht mehr. Aus der eigenen Sicht heraus ist nur die perfekt erbrachte Leistung überhaupt erwähnenswert. Weniger ist zu wenig, mehr nicht möglich. Der Teufelskreis schließt sich.

 

Gereiztheit

Aggressiver TypUm jederzeit Höchstleistungen zu vollbringen, mergelt man sich komplett aus. Körper und Geist haben diesen Zustand bereits lange ausgehalten. Über Jahre hinweg verschlechtert sich der eigene Zustand immer mehr. Darunter leiden auch Geduld und Verständnis für andere. Man ist mit "normaler" Aufgabenerfüllung nicht mehr zufrieden und übt auf sein Umfeld entsprechend großen Druck aus. Da sich jedoch keiner gerne bemängeln oder kritisieren lässt, sind Konflikte vorprogrammiert.

Die Betroffenen gehen davon aus, die Erwartungen des Umfeldes nicht erfüllen zu können. Auch wenn keinerlei Erwartungshaltung gegeben ist, versucht der BurnOut-Betroffene, Höchstleistung zu erbringen. Positives Feedback ist jedoch in der heutigen Gesellschaft nur noch sehr selten anzutreffen. Ohne diese Bestätigung der eigenen Leistung erschließt sich jedoch die irrige Annahme, der gestellte Anspruch sei nicht erfüllt worden. Das Leistungspensum muss daher scheinbar angepasst und nach oben geschraubt werden.

Das familiäre und persönliche Umfeld leiden unter der ständig angespannten Situation. Es kommt schließlich zu einer Absonderung aus dem normalen Leben. Der Betroffene zieht sich zusehends zurück und vereinsamt nicht selten. Wer unausgeglichen und unglücklich ist, wird mit der eigenen Situation immer weniger zufrieden sein und kann keinen Ausgleich mehr finden.


Übermotivation

PostitsDas ständige Gefühl, man müsse an jeder Tätigkeit teilnehmen und immer zu den Besten zählen. Diese Einstellung zieht sich bei vielen Betroffenen sowohl durch das berufliche als auch durch das private Leben. Man geht wie selbstverständlich davon aus, unabdingbar zu sein. Man glaubt immer mehr, dass das eigene Mitwirken zwingend notwendig ist, damit das Vorhaben gelingt. Ohne es zu wollen, tritt man dadurch regelmäßig Personen auf die Füße; auch jenen, denen man nahe steht.

Auch wenn das persönliche Umfeld der Meinung ist, dass der BurnOut-Patient sich bewusst in jede Angelegenheit hineindrängt, geht der Betroffene viel mehr davon aus, dass man genau das von ihm erwartet. Aus dieser Konstellation kommt es oft zu Konfliktsituationen, die dazu führen, dass man sich missverstanden und ungerecht behandelt fühlt. Es wächst der innere (selbst verursachte) und äußere (von außen ausgeübte) Druck auf den Patienten.

 

Herzbeschwerden

Von Beklemmungsgefühlen über Herzklopfen, hohen Blutdruck, Kreislaufzusammenbruch, Atemnot und Rhythmusstörungen kann ein BurnOut so ziemlich alles auslösen, was man eigentlich nicht mit einer Erkrankung der Seele in Verbindung bringen würde. Eigentlich fühlt man sich ja belastbar, weiß aber irgendwann nicht mehr, was man von all den Anzeichen halten soll und bekommt es irgendwann massiv mit der Angst zu tun.

Viele Betroffene kommen erst dann darauf, dass etwas nicht stimmt, wenn Symptome auftreten, die nicht mehr so leicht in den Griff zu bekommen sind. Gegen Kopfschmerzen zum Beispiel nimmt man mal eben schnell eine Tablette. Das soll nicht abwertend klingen, sondern lediglich als Beispiel dienen. Wie sieht es aber aus, wenn der Kreislauf tut, was er will? Dann wird es meist schwierig.

Bei vielen geht zunächst recht schleichend der Blutdruck nach oben. Dabei fühlt man sich jedoch eigentlich eher gut, da der Körper dadurch leistungsfähiger wird. Auch wenn die Pulsfrequenz ein wenig steigt, bemerkt man das oft nicht. Beides an sich ist ja für einen gesunden Mensch auch kein Problem, jedenfalls nicht gleich.

Durch den erhöhten Widerstand beim Blutfluss, der mit dem erhöhten Blutdruck einhergeht, muss das Herz mehr arbeiten. Um der Belastung stand zu halten, wird es trainiert. Es baut Masse auf und wird stärker. Was sich eigentlich positiv anhört, kann aber zum Problem werden. Wenn das Herz zu groß / kräftig ist, kann es sich nicht mehr so gut bewegen und füllen. Dadurch muss es noch mehr arbeiten und wird weiter trainiert. Dieses Training ist also negativ und kann gefährlich werden. Selbes gilt für dauerhaft / krankhaft erhöhte Pulsfrequenz. Beides ist jedoch sehr gut behandelbar und braucht keinem (wenn es erkannt wurde) mehr Kopfzerbrechen bereiten.

Nicht ganz so schleichend erfährt mancher BOler plötzlich einsetzendes Herzrasen. Diese Attacken enden oft nach gewisser Zeit wieder und scheinen keinen Grund zu haben. Doch weit gefehlt. Oft handelt es sich dabei so manches Mal um eine Panikattacke, die der Körper aufgrund der lang anhaltenden Belastung indirekt auslöst.

Die wichtigen Hormone Adrenalin und Cortisol werden aus verschiedenen Gründen nicht mehr richtig "verbraucht" und sammeln sich an. Da Adrenalin in rauen Mengen auch bei Angst ausgeschüttet wird, fühlt der Körper irgendwann die selben Symptome wie bei echter Angst. Obwohl jemand emotional ruhig ist, kann er also eine Panikattacke erleben. Diese Zustände können extrem beunruhigend sein. Viele Betroffene berichten von heiß / kalt Gefühlen, Zittern, Scheuklappen-Blick, Sternchen sehen, kribbeligen Extremitäten, Schwindel ... alles Symptome, die auch bei einem Schock zu finden sind.

Einige Betroffene erleben leider auch besonders schlimme Kreislaufprobleme. Dabei werden Herzrhythmusstörungen ausgelöst, die extrem furchteinflößend sein können. Sie fühlen sich oft als Stolpern oder Aussetzen an, auch wenn es sich oft um Extraschläge handelt.

Alle genannten Symptome gehören natürlich ärztlich abgeklärt. Sind sie auf ein BurnOut zurückzuführen, werden sie jedoch meist wieder verschwinden, sobald das BurnOut im Griff ist. Gerade mit lebenswichtigen Organen und Kreisläufen sollte dennoch nicht leichtfertig umgegangen werden und (auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen) ein Arzt zu Rate gezogen werden.

 

Kopfschmerzen

Jede Art von Kopfschmerzen scheint mit einem BurnOut einher gehen zu können. Meist werden die Beschwerden in Zeiten erhöhten Stresses stärker. Sie können eine Folge von Verspannungen der Nackenmuskulatur sein, mit erhöhtem Blutdruck einhergehen oder anderen Ursprungs sein.

Oft hilft nichts dauerhaft gegen diese Art von Kopfschmerzen, außer sich zurückzuziehen und sich ein wenig Ruhe zu gönnen. Attackenartige Anfälle kommen dabei genauso vor, wie lang anhaltende Dauerschmerzen. Auch hier gilt wieder: Es lassen sich zwar die Symptome oft erfolgreich behandeln, dennoch sollte das Übel an der Wurzel gepackt und das BurnOut behandelt werden. Dabei geht es vor allem um Ursachenforschung. Hierzu gibt es viele Informationen auf den folgenden Seiten.

Bitte nicht vergessen: Zur Abklärung unklarer Beschwerden sollte immer ein Arzt konsultiert werden.