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Viele fragen sich, an wen man sich wenden, wer denn nun Hilfe leisten kann. Dabei spielt für den einen die vermeintlich beste Qualifikation eine Rolle, für anderen sind es vielleicht Empathie, Sympathie oder die finanziellen Gegebenheiten, die sich daraus ergeben. Um ein wenig besser einschätzen zu können, welche Voraussetzungen bestehen könnten, wurden die üblichen Ausbildungsvarianten hier zusammen gefasst. Es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Für Ergänzungen und Anregungen, kann man sich jederzeit direkt an mich wenden, oder sich hier im Forum äußern.

 

Der Psychologe hat ein mehrjähriges Studium der Psychologie absolviert. Psychologie ist wörtlich übersetzt die "Lehre von der Seele". Diese Definition macht schnell klar, worum es eigentlich geht, nämlich um die inneren, geistigen Abläufe. Kernpunkte sind das Erleben und Verhalten einer Person. Die Psychologie möchte das Verhalten einer Person beschreiben, erklären, vorhersehen und schlussendlich auch beeinflussen. Letzteres findet im Bereich der Behandlung von Problemen Anwendung, aber auch in der Werbung und anderen Bereichen des Alltags. Die Psychologie ist eine empirische Wissenschaft, das heißt, sie beobachtet und sammelt Erkenntnisse auf rational nachvollziehbare Weise. Um dies zu Gewährleisten, hat sie eigene Methoden, Instrumente und Begriffe entwickelt.

Die Berufsbezeichnung des Psychologen ist geschützt1 und darf als Titel nur von entsprechend ausgebildeten Personen geführt werden.

Der Psychologe ist somit kein Meidziner und darf daher keine Medikamente verordnen und verabreichen sowie krank schreiben. Er kann seine Ausbildung durch eine drei- bis fünfjährige Weiterbildung zum Psychotherapeuten erweitern. Dazu gehören, neben den notwendigen themenbezogenen Kenntnissen, auch testpsychologische Diagnostik sowie Grundlagen der Psychotherapie und Gesprächsführung.

 

Der Psychiater ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Er hat zunächst ein Medizinstudium hinter sich gebracht und anschließend einige Jahre Weiterbildung im Bereich der Psychiatrie und Psychotherapie abgeschlossen. Zudem hat er eine Facharztprüfung absolviert. Da er Mediziner ist, darf er Medikamente verordnen und verabreichen sowie krank schreiben. Zudem kann und darf er Diagnosen stellen und somit eine körperliche Ursache feststellen, die für die psychischen Probleme ursächlich sein kann.

Der Titel des Psychiaters ist geschützt1 und darf nur von entsprechend ausgebildeten Personen geführt werden.

 

Der Neurologe ist, wie der Psychiater, studierter Mediziner. Er darf somit Medikamente verordnen und verabreichen sowie krank schreiben. Auch das stellen von medizinischen Diagnosen ist ihm erlaubt. Er hat eine Ausbildung zum Facharzt für Neurologie absolviert und einen Facharzttitel erworben. Dieser ist geschützt1 und darf nur von entsprechend geschulten Personen geführt werden. Der Neurologe beschäftigt sich vorwiegend mit dem Nervensystem und daraus resultierenden psychischen Störungen.

 

Psychotherapeuten unterscheidet man in "Psychotherapeuten nach dem Heilpraktikergesetz" (nicht geschützte Bezeichnung) und "Psychologische Psychotherapeuten" (studierter Psychologe, daher geschützte1 Bezeichnung). Der Unterschied liegt in der Art der Ausbildung.

Der "Psychotherapeut nach dem Heilpraktikergesetz" benötigt einen mittleren Bildungsabschluss, psychische Gesundheit, ein polizeiliches Führungszeugnis und ein Mindestalter von 25 Jahren. Danach kann die Prüfung beim Gesundheitsamt abgelegt werden. Eine formelle Ausbildung ist nicht vorgeschrieben, kann jedoch z. B. in Form eine Fernlehrgangs mit einem Zeitansatz von ca. 300 - 400 Stunden erworben werden. Die Prüfungsinhalte sind nicht gesetzlich festgelegt und können daher einer großen Streuung unterliegen.

Der "Psychologische Psychotherapeut" wurde bereits weiter oben im Abschnitt "Der Psychologe" vorgestellt.

In der Abrechnung der erbrachten Leistungen ergeben sich Unterschiede. Auslagen nach dem Heilpraktikergesetz sind meist nur über Zusatzversicherungen oder private Krankenversicherungen gedeckt und müssen somit häufig aus eigener Tasche bezahlt werden. Der Psychologische Psychotherapeut kann, wie die meisten Ärzte, über die Kasse abrechnen2

 

Der Coach ist keine geschützte1 Bezeichnung. Somit kann potentiell jeder diese Bezeichnung führen. Es liegt in aller Regel keine Kassenzulassung vor. Die oben genannten Ausbildungen fehlen meist. Somit sind entsprechende Kenntnisse nicht voraussetzbar. Man muss sich genau erkundigen, welche Qualifikationen vorliegen und wie es mit der Bezahlung aussieht. Leider werden hier sehr oft vollkommen ungerechtfertigte Stundensätze verlangt und unhaltbare Versprechungen gemacht. Schlussendlich ist ein Coachingvertrag in vielen Fällen einem bezahlten Zuhören gleichzusetzen. Wir hatten hier im BOF schon sehr viele problematische Erfahrungen und empfehlen daher grundsätzlich, ganz genau vorher abzuwägen. Wer keine kostenlose Kennenlernstunde anbietet und genau offen legt, was er leisten kann und wo auch die individuellen Grenzen liegen, sollte unserer Meinung nach besonders aufmerksam geprüft werden.

Man kann jedoch nicht sagen, dass es keine guten Coaches gibt. Es gibt Vertreter dieser Zunft, die grandiose Dienste leisten, sich ganz offensichtlich mehr als nur beiläufig mit psychologischen Themen beschäftigt haben und genau wissen, wovon sie sprechen. Meine gegenüber Coaches grundlegend ablehnende Haltung wurde durch ein Schlüsselerlebnis auf einem Forentreffen über den Haufen geworfen. Auch in meinem persönlichen Bekanntenkreis gibt es einen Coach, der sein Handwerk sehr gut versteht. Wenn man sich vorstellt, dass ich wirklich extrem voreingenommen war, kaum ein gutes Haar an einem Coach gelassen habe und mich ein über zwei Tage geführtes Gespräch so grundlegend umstimmen konnte, dann sollte das für manch einen Anlass genug sein, ein Coaching zu erwägen. Bleibt aber das Problem der Bezahlung, denn auch ein Coach kann seine Leistungen nicht verschenken. Wenige Stunden könnten aber schon einen entscheidenden Anstoß bringen. Ist man doch speziell im BurnOut oft in einer Spirale gefangen, die man alleine nicht zu erkennen oder durchbrechen in der Lage ist. Aufmerksame, fachkundige und vor allem interessierte Beratung kann da wahre Wunder wirken. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Birgit, denn ich habe erfahren, was aufmerksames Zuhören und gekonntes Hinterfragen bewirken können, auch ohne selbst eine Aussage treffen zu müssen. Doch wenn eine Aussage kam, schlug sie ein, wie eine Bombe.

 

Bemerkung:

Die oben beschriebenen Aspekte beziehen sich auf die Expertisen und Kompetenzen der jeweiligen Berufsgruppen. Nicht zu vergessen ist dabei, dass sich hinter diesen Expertisen Menschen befinden. Letztlich sind es die Menschen, mit denen wir reden, und die Expertisen sind Mittel zum Zweck. Hilfe kann ich nur nachhaltig annehmen, wenn ich meinem Gegenüber vertraue. Und um Vertrauen aufzubauen, brauche ich mehreres gleichzeitig: professionelle Kompetenz, menschliche Anteilnahme, persönliche Integrität, etc.. Das gilt für den Psychologen natürlich genauso wie für den Psychiater, den Neurologen den Therapeuten und den Coach. Je länger oder häufiger der Kontakt ist, umso wichtiger wird das Vertrauen in der persönlichen Beziehung. Die Coach und Therapeutin Birgit schrieb mir dazu:

„Was ich u.a. für Coachings oder Therapien gelernt habe ist, dass die Chemie zwischen den Menschen sehr entscheidend ist – vielleicht sogar entscheidender als die Qualifikation. Wenn ich heute Coachees oder Klienten im Kennenlerngespräch habe, sage ich immer bewusst etwas salopp, dass sie sich gründlich meine Nase ansehen sollen. Denn je offener sie sich zu sein trauen, desto größer ist der Nutzen, den sie aus den Gesprächen ziehen. Ich finde, es muss ein situatives Gefühl der Stimmigkeit geben: Ja, für meine aktuelle Befindlichkeit kann ich mich diesem Menschen mit meinen Themen anvertrauen. Übrigens gilt der „Chemie-Check“ bei mir für beide Seiten. Auch ich prüfe, ob ich mich auf die andere Person einlassen kann, denn je offener ich mich als Resonanzkörper zur Verfügung stellen kann, desto besser ist das Miteinander. Wenn bei mir spürbar viele Projektionen oder Übertragungen stattfinden, dann bin ich mehr damit beschäftigt, mich selbst zu schützen, als dass ich mich auf den anderen einlassen kann. Ganz davor ist man nie gefeit, daher empfinde ich Supervision nicht nur bei Therapeuten, sondern auch bei Coaches als wichtiges Qualitätskriterium. Ja, es ist wichtig, dass man sich vor vermeintlichen Profis schützt, die einem nicht gut tun. Unsere Intuition ist hier meistens ein sehr gutes Barometer.“ 

 

 

 

1 Im vorliegenden Zusammenhang bringt der Begriff "geschützt" zum Ausdruck, dass Personen, die nicht über die genannte Vorbildung verfügen, diese Berufsbezeichnung nicht führen dürfen. Eine Sanktionierbarkeit ergibt sich aus "§ 132a StGB - Missbrauch von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen"

2 Einer Abrechnung über die Krankenkasse steht grundsätzlich eine Kassenzulassung und eine von der Kasse getragene Leistung voraus. Der Behandelnde Arzt / Therapeut muss darauf hinweisen, wenn er keine Kassenzulassung besitzt oder aus anderen Gründen Kosten entstehen.