Mirtazpin

Erfahrungsaustausch, Fragen und Hinweise zu Medikamenten, die in Zusammenhang mit BurnOut Syndrom verschrieben / verkauft werden.
Johnwee
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Mirtazpin

Ungelesener Beitrag von Johnwee » Mo 11. Feb 2019, 17:36

Hallo zusammen,

ich nehme seit 09.01.19 Mirtazpin 15mg. Am anfang nahm ich eine halbe Tablette (7,5mg) und nach 1 Woche eine ganze. Irgendwie habe ich das Gefühl das es seit dem schlimmer wird. Am anfang konnte ich super einschlafen von den Tabletten. Seit 1 Woche habe ich wieder Schlafprobleme und brauch ca. 1h bis ich einschlafen kann.

Ich fühle mich seit dem ich die Tabletten nehme ,viel öfter Depressiv und unklar im Kopf. Außerdem Weine ich seit dem öfter .

Mein Arzt meinte das wäre normal und es benötige Zeit.

Um ehrlich zu sein überlege ich es abzusetzen (ausschleichen) .

Habt Ihr damit Erfahrung?

Belgis
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Re: Mirtazpin

Ungelesener Beitrag von Belgis » Di 12. Feb 2019, 14:29

Hallo Johnwee,

also meine Erfahrung mit Mirtarzapin war damals, dass ich zwar relativ schnell einschlafen konnte, aber auch sehr schnell wieder aufgewacht bin und das Medikament hat total auf meine Blase gedrückt und ich war die ganze Nacht mit pinkeln beschäftigt.

Hm, ja es stimmt generell schon, dass ein Antidepressivum ein paar Wochen braucht, bis es richtig wirkt. Aber du nimmst es ja schon seit 4 Wochen und es scheint dich extrem zu quälen.
Wann warst du denn beim Arzt? Erst gestern? Dann ist das meiner Meinung nach ein bisschen komisch. Denn nach 4 Wochen Qual, sollte nach einer Alternative gesucht werden.

Ich selbst habe bei einem anderen Antidepressivum auch 4 Wochen ausgehalten und dann beim Arzt sogar einen Anschiss kassiert, warum ich mich nicht früher gemeldet habe, wenn es so schlimm ist. Ich hätte es schon viel früher absetzen dürfen. Dachte aber auch ich muss 4 Wochen aushalten.

Geh am Besten nochmal zum Arzt und wenn er sich quer stellt dir zu helfen, dann such dir einen besseren Arzt.

Liebe Grüße und alles Gute

Johnwee
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Re: Mirtazpin

Ungelesener Beitrag von Johnwee » Di 12. Feb 2019, 17:46

Hallo Belgis,

Ich war letzte Woche beim Arzt. Habe Ihn auch gesagt dass ich Höhen und Tiefen habe und das ich mich komisch finde. Es brauche halt Zeit meinte er.

Muss man die Krankheit zwingend mit ad behandeln?

LG

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Mayke1
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Re: Mirtazpin

Ungelesener Beitrag von Mayke1 » Mi 13. Feb 2019, 19:06

Hallo Johnwee, man muss nicht, aber ein AD kann wirklich unterstützend helfen, wenn es das richtige Medikament ist. Ich habe ebenfalls Mirtazapin einnehmen sollen. 15 mg und als Anfang nochmals halbiert. Schlaffördernd wirkte es ziemlich schnell, weshalb ich komplett zur Nachtruhe vorbereitet sein musste, wenn ich das Medikament einnahm. Nach einer Viertelstunde war ich platt. So wie Belgis auch erzählt, war ich nach kurzer Zeit wieder wach, oft hervorgerufen durch sehr lebhafte und bewegte Träume und Trockenheit in der Kehle bis zum Würgereiz. Am anderen Morgen war ich dauermüde. Nach 3 Wochen hätte sich schon eine Wirkung zeigen sollen, doch als ich immer noch die Anfangsbeschwerden hatte, sollte ich Mirtazapin krümelweise ! ausschleichen. Das war auch notwendig. Stück für Stück mit großem Abstand von bis zu 8 Wochen nahm ich weniger ein. Nach einem halben Jahr war ich frei von den Nebenwirkungen, wobei ich anfangs ja nur 3 Wochen beim Einstellen war. Ich bin ohne AD besser zurecht gekommen.
LG von Mayke

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Re: Mirtazpin

Ungelesener Beitrag von ZeroOne » Fr 15. Feb 2019, 16:43

Hi Johnwee!
Johnwee hat geschrieben:
Di 12. Feb 2019, 17:46
Muss man die Krankheit zwingend mit ad behandeln?
Nein. AD heilen psychische Erkrankungen auch nicht.

Aber sie sind als erste "Notfall-Maßnahme" empfehlenswert, gerade wenn man lange auf einen (geeigneten) Platz für eine Psychotherapie warten muss und es dann auch dauert, bis die Therapie spürbare Erfolge bringt.

Ich persönlich bin auch kein Fan von Mirtazapin, insbesondere weil es stark auch die Hüften geht (wie auch andere ADs). Bei Schlafproblemen gibt´s andere medikamententöse Möglichkeiten, über die dich ein komptenter Facharzt sicher beraten wird.

Auch solltest du dir keine Gedanken machen, wenn das Mirtazapin nicht den gewünschten Erfolg bringt. Bei vielen Patienten sind Versuche mit verschiedenen ADs in unterschiedlichen Dosierungen erforderlich, bis man das Optimum gefunden hat.

LG
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Re: Mirtazpin

Ungelesener Beitrag von jedi » Sa 16. Feb 2019, 16:03

Hallo !
ZeroOne hat geschrieben:
Fr 15. Feb 2019, 16:43
AD heilen psychische Erkrankungen auch nicht.
ZeroOne hat absolut recht, wobei der fokus auf das wort, "heilen" fällt.
ZeroOne hat geschrieben:
Fr 15. Feb 2019, 16:43
Aber sie sind als erste "Notfall-Maßnahme" empfehlenswert,
auch hier kann ich ZeroOne nur zustimmen u. es sollte immer eine überlegung wert sein (natürlich mit entsprechender beratung), sich doch für eine zeit, für ein AD zu entscheiden.
gerade auch der tatsache geschuldet, dass ein termin bei einem psychologen/in od. psychotherapeuten/in, oft dauern kann.
ZeroOne hat geschrieben:
Fr 15. Feb 2019, 16:43
Ich persönlich bin auch kein Fan von Mirtazapin,
ich auch nicht, aber nicht weil es auf die hüften geht, wie ZeroOne schreibt :-))
wer schlafprobleme hat, sollte mit seinem arzt besprechen, um was für schlafprobleme es sich handelt.
denn bei schlafproblemen, da gibt es schon auch eine unterscheidung.

als mögliches "Notfall-medikament finde ich Mirtazapin nicht so gut geeignet, da gibt es meiner persönlichen erfahrung nach, bessere AD dafür.
dies ist aber auch abhängig davon, welche diagnose gestellt wird.
ZeroOne hat geschrieben:
Fr 15. Feb 2019, 16:43
Bei Schlafproblemen gibt´s andere medikamententöse Möglichkeiten,
ZeroOne hat recht u. es gibt bei schlafstörungen bessere mittel.
manchmal muss man auch mal eine zeitlang verschiedenes ausprobieren.

grundsätzlich ist zu sagen, AD u. Psychotherapie gehören zusammen !!!
leider sind die wartelisten für eine therapie meist sehr lang.
ZeroOne hat geschrieben:
Fr 15. Feb 2019, 16:43
Bei vielen Patienten sind Versuche mit verschiedenen ADs in unterschiedlichen Dosierungen erforderlich, bis man das Optimum gefunden hat.
Ja, stimmt absolut !!!
ich kann nur jeden mut machen, AD auszuprobieren u. auch nicht gleich aufzugeben, wenn es nicht gleich die gewünschte wirkung erzielt.
ZeroOne hat es richtig geschrieben, manchmal kann es notwendig werden, ein AD zu wechseln oder gar die dosierung zu verändern.
bleibt mit eurem arzt da immer im gespräch u. gebt im frühzeitig rückmeldung.

LG jedi

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