Escitalopram-mepha: Wie lange habt ihr es genommen?

Erfahrungsaustausch, Fragen und Hinweise zu Medikamenten, die in Zusammenhang mit BurnOut Syndrom verschrieben / verkauft werden.
Lotusblume
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Escitalopram-mepha: Wie lange habt ihr es genommen?

Ungelesener Beitrag von Lotusblume » So 25. Nov 2018, 19:17

Hallo zusammen,

Der Beginn des BO war bei mir im Nov. 2015, wobei ich vorerst auf chemische Medikamente verzichtete. Da sich meine Situation insgesamt verschlimmerte wegen weiter zusätzlichem Stress entschied ich mich im März 2017, ein Antidepressivum zu nehmen. Wegen zu geringer Wirkung wechselte ich anf. September 2017 auf Escitalopram-mepha d.h. gleicher Wirkstoff wie Citalopram. Ich spürte eine merkliche Verbesserung bezüglich meiner Stimmung. Auch fühlte ich mich belastbarer. Ich nehme 15mg jeweils morgens.

Nun geht es mir besser, das Leben beginnt sich zu stabilisieren. Ich arbeite im Moment nicht, werde aber bald ein Gespräch bei der IV (in der CH) haben bezüglich beruflichen Eingliederungsmassnahmen.

Meine Fragen:
1. Wie lange habt ihr das Medi insgesamt genommen?

2. Wann war für euch der Zeitpunkt da, wo ihr zu reduzieren begannt und dann ev. sogar absetzten?

3. An alle, die BO soweit überwunden habt: Nehmt ihr weiterhin Medis?

Mir ist bewusst, dass dies sehr unterschiedlich sein kann und jeder dies mit seinem Arzt bespricht und auch auf sein Gefühl hört. Aber mich interessiert es, wie es anderen Betroffenen ergeht.

Ich danke euch schon jetzt für eure Kommentare.

Liebe Grüsse
Lotusblume

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Re: Escitalopram-mepha: Wie lange habt ihr es genommen?

Ungelesener Beitrag von ZeroOne » Sa 1. Dez 2018, 12:36

Hi Lotusblume!

Jeder Mensch reagiert anders. Daher werden Erfahrungen anderer User im Einzelfall nicht unbedingt weiterhelfen.
Lotusblume hat geschrieben:
So 25. Nov 2018, 19:17
1. Wie lange habt ihr das Medi insgesamt genommen?
Ich hatte auch zuerst Citalopram und dann Escitalopram (neben weiteren Medikamenten). Das ging schon ein paar Jahre (3-5?)...
Lotusblume hat geschrieben:
So 25. Nov 2018, 19:17
2. Wann war für euch der Zeitpunkt da, wo ihr zu reduzieren begannt und dann ev. sogar absetzten?
Da hat mir mein Bauchgefühl gesagt und zudem wollte ich es einfach mal ausprobieren. Die Fachärztin meinte, dass eine Ausschleichdauer von 4 Wochen i.d.R. reichen sollte. Aber auch da reagiert jeder Mensch anders... Ich hab mit der Dosierung "gespielt", wie es mir persönlich am erträglichsten erschien.
Ich hatte auch nach einigen Wochen noch heftige Ausraster bzw. Einbrüche, aber ob das am Absetzen von Escitalopram lag, möchte ich nicht unterschreiben... Zudem war es irgendwie tagesformabhängig: ich konnte nicht immer einen direkten Zusammenhang zwischen Dosierung und Auswirkung erkennen.
Lotusblume hat geschrieben:
So 25. Nov 2018, 19:17
3. An alle, die BO soweit überwunden habt: Nehmt ihr weiterhin Medis?
Jepp. Allerdings halte ich aktuell Abstand von Medikamenten, die für eine Dauermedikation ausgelegt sind und habe lieber sofort wirkende Standby-Lösungen zur Hand, falls es die Situation / mein Zustand erfordern.

Alles in Allem sehe ich das bei mir auch nicht als "in Stein gemeißelt" an und möchte mir bzgl. Medikation bestmögliche Flexibilität offen halten.

LG
ZeroOne

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Re: Escitalopram-mepha: Wie lange habt ihr es genommen?

Ungelesener Beitrag von Lotusblume » Sa 1. Dez 2018, 19:33

Lieber ZeroOne,

danke vielmals für deine Antworten. Mir ist bewusst, dass dies von Einzelfall zu Einzelfall entschieden wird. Trotzdem haben mir deine Antworten sehr geholfen. V.a. wie du Rücksicht auf dich selber genommen hast und nimmst. Auch, dass du mit der Dosierung "gespielt" hast (ich nehme an in Absprache mit dem Arzt). Dass du jetzt weiter schaust, wie es dir geht und Standby-Lösungen zur Hand hast und auf bestmögliche Flexibilität achtest, find ich toll. Darf ich fragen, was für Standy-Lösungen sind dies bei dir?
Ich nehme nebst Escitalopram auch Vitamine und pflanzliche Medikamente (zum Einschlafen, kurzfristig beruhigen), was mir sehr hilft.

Liebe Grüsse
Lotusblume

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Re: Escitalopram-mepha: Wie lange habt ihr es genommen?

Ungelesener Beitrag von Samson » So 2. Dez 2018, 21:44

Ich kenne viele Fällen, in denen es für mehrere Wochen mit entsprechender Entwöhnungsphase verschrieben wurde. Bei der Gruppe der Serotonin-Wideraufnahmehemmer braucht es einen gewissen Spiegel, der durch eine konstante Einnahme erreicht werden soll. Daher bringt kurzfristiges Einnehmen nichts. Ich würde mich da auf den Einzelfall bezogen und an den Beschweren orientiert mit dem Arzt absprechen.

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Re: Escitalopram-mepha: Wie lange habt ihr es genommen?

Ungelesener Beitrag von ZeroOne » Mo 3. Dez 2018, 08:38

Hi Lotusblume!
Lotusblume hat geschrieben:
Sa 1. Dez 2018, 19:33
Darf ich fragen, was für Standy-Lösungen sind dies bei dir?
Mich begleiten Benzodiazepine (für den Tag) und Neuroleptika (für den Schlaf, manchmal auch am Tag).

Eben der Vorteil, dass sie sofort im Bedarfsfall - ohne längeren Spiegelaufbau - wirken. Schwerwiegende Nachteile: großes Abhängigkeitspotential und Wirkungsverlust/Dosiserhöhungen bei regelmäßiger Anwendung. Zudem Einschränkungen bei der Arbeitsfähigkeit und Verkehrsteilnahme.

Kontinuierlich einzunehmende SSRI wie Escitalopram sind sicher die bessere Lösung, wenn man häufiger/regelmäßig medikamentöse Unterstützung braucht.

LG
ZeroOne

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Re: Escitalopram-mepha: Wie lange habt ihr es genommen?

Ungelesener Beitrag von Lotusblume » Do 6. Dez 2018, 21:09

Hallo Samson,
Danke vielmals :) Ja, morgen habe ich wieder PT beim Psychiater. Dann spreche ich ihn auf das Thema an.
Liebe Grüsse
Lotusblume

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Re: Escitalopram-mepha: Wie lange habt ihr es genommen?

Ungelesener Beitrag von Lotusblume » Do 6. Dez 2018, 21:12

Hallo ZeroOne,

danke auch dir. Alles klar, jetzt verstehe ich. Die Benzodiazepine habe ich zusätzlich zum AD auch zuhause. Da sie aber abhängig machen, nehme ich sie nur im alleräussersten Notfall und dann erstmals in kleiner Dosierung...

Liebe Grüsse
Lotusblume

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