Burnout auf der Arbeit outen?

Probleme innerhalb des beruflichen Umfeldes: Mobbing, Bossing, Betriebsklima, Überforderung, Führungsstile ...
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Theresia
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Re: Burnout auf der Arbeit outen?

Ungelesener Beitrag von Theresia » Mo 4. Feb 2019, 10:18

Wallis hat geschrieben:
Mo 4. Feb 2019, 09:28

Es kommt sicherlich darauf an, was man beruflich macht und in welcher Region man ansässig ist
Es gibt viele Bereiche, in denen du ab 50 tatsächlich abgemeldet bist. Das ist leider eine Tatsache. Ausnahmen bestätigen zwar manchmal die regel, aber das ist wie beim unerfüllten Kinderwunsch. Irgendwann ist Ende Gelände, der Zug abgefahren und da schadet es nicht, seine Chancen realistisch zu betrachten.
Es ist so nicht ganz richtig.
Wenn man (wieder) fähig ist zu arbeiten kann man auch in einer anderen Branche unterkommen, ich arbeite auch nicht mehr das, was ich gelernt habe, das setzt natürlich auch eine gewisse Flexibilität und Bereitschaft, auch weniger zu "verdienen", voraus.
Wenn Lena in einem großen Unternehmen arbeitet wird das nicht gerade in der Pampa sein, was die Region angeht *zwinkern*
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Re: Burnout auf der Arbeit outen?

Ungelesener Beitrag von Wallis » Mo 4. Feb 2019, 10:49

Das hat mit Pampa nichts zu tun. Manche Branchen sind nunmal nicht überall vertreten. Klar, Jobs kann man immer und überall bekommen. Für Mindestlohn. Regale bei Lidl bestücken oder kellnern gehen. Man muss aber auch Verständnis haben, wenn man eine Tätigkeit machen will, die einem auch liegt und Spass macht und in etwa dem Fachgebiet und Neigungen entspricht und das ist nicht so einfach zu finden und auch zu bekommen in dem Alter.

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Re: Burnout auf der Arbeit outen?

Ungelesener Beitrag von Theresia » Mo 4. Feb 2019, 14:01

Wallis hat geschrieben:
Mo 4. Feb 2019, 10:49
Für Mindestlohn. Regale bei Lidl bestücken oder kellnern gehen. .

Lidl bezahlt weit über dem Durchschnitt, abgesehen davon fällt niemand ein Zacken aus der Krone, wenn er Arbeit annimmt, die jetzt nicht so der Burner ist, aber die Existenz sichert.
Klar muß sie einem liegen, aber ich würd einfach mal ein bißchen flexibler sein, vorausgesetzt, die Notwendigkeit, Geld zu verdienen, ist überhaupt da, und natürlich auch die Fähigkeit, einen Job auszuüben... aber das ist jetzt eigentlich (noch) gar nicht das Thema, gell :oops: ?
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Re: Burnout auf der Arbeit outen?

Ungelesener Beitrag von ZeroOne » Sa 9. Feb 2019, 13:29

Hi Lena62!
Lena62 hat geschrieben:
Mo 4. Feb 2019, 07:05
Morgen habe ich einen Termin bei einem Anwalt.
Wie war dein Termin beim Anwalt? Sicherlich war es die Richtung Entscheidung, dich kompetent beraten zu lassen. Wie lautet seine Empfehlung?

Was deine ursprüngliche Fragestellung betrifft:
Lena62 hat geschrieben:
Mo 4. Feb 2019, 07:05
Burnout auf der Arbeit outen?
Dazu hat bestimmt jeder eine eigene Meinung, die sicherlich auch durch das Verhältnis zum Arbeitgeber und ggf. den Kollegen geprägt wird.
Ich persönlich bin der Meinung, dass man das für sich behalten sollte, wenn nicht zwingend die Notwendigkeit zum Mitteilen besteht. Auch erstmal unabhängig davon, ob man bei diesem Arbeitgeber bleiben oder wechseln möchte. Eine Erkrankung ist nun mal eine Schwäche und Schwächen stellen einen Angriffspunkt dar, der von allen attackiert werden kann (nicht nur Vorgesetzte, sondern auch Kollegen, etc.).

Was die Abfindung betrifft wird es (meiner Erfahrung nach) schwer werden. Wenn das Unternehmen Personal abbauen muss und dafür Freiwillige abfinden will, wird dafür eine faire Berechnungsgrundlage benötigt, die u.a. die Betriebszugehörigkeit einschließt. Du schreibst, dass du seit 30 Jahren dort arbeitest, was viel Geld für ihn bedeuten würde (grob über den Daumen im Schnitt 15 Monatsgehälter). Da wird der Arbeitgeber natürlich Freiwillige mit wesentlich geringer Betriebszugehörigkeit bevorzugen, zumal er mit deiner Arbeit sehr zufrieden ist, wie du schreibst.

LG
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Re: Burnout auf der Arbeit outen?

Ungelesener Beitrag von Caro » Sa 9. Feb 2019, 21:22

Hallo Lena62,
Lena62 hat geschrieben:
So 3. Feb 2019, 22:13
Ich bin jetzt schon in einem Alter, wo ich auf dem Arbeitsmarkt ziemlich sicher keine neue Stelle mehr finde.
Das kann ich nicht ganz nachvollziehen....
Wenn du schon lange in diesem Unternehmen bis und eben "älter" bist,dann verfügst du über entsprechende Erfahrungen,
Fachkenntnisse u.v.a.

Für mich stellt sich die Frage,was willst du wirklich?

Auf der einen Seite möchtest du weg aus dem Unternehmen,auf der anderen Seite hast du Angst davor,
es könnte dann "schlechter" kommen.
Versteh mich nicht falsch, die entscheidende Frage wäre für mich in deiner Situation,
wie und wann geht es mir besser....
Du hast nur 1x dein Leben und deine Gesundheit, will sagen,alles Geld der Welt nutzt nix,
wenn es dir im ureigensten Sinne schlecht geht gesundheitlich.

Weist du, ich bin noch älter als du und habe auch lange gehadert,was tun ,zu welchen Bedingungen,
schaff ich s oder nicht ,eine für mich positive Veränderung zu erwirken.
Ich habe mit 48 völlig neu angefangen,neue Gegend,neuer AG .
Dann hat es mich wieder eingeholt,weil wir eben auch so erzogen wurden, standhaft zu sein,
arbeiten zu gehen ,alles durchzuziehen...
Mit 53 dann wieder Probleme,schlimmer als je zuvor und auch da habe ich überlegt wie du,was tun.
Letztendlich habe ich weitere 5 Jahre gebraucht,um selbst aktiv zu werden und zu kündigen.
Habe mir die Auszeit einfach genommen (ohne Abfindung),neu gesucht und gefunden nach nur wenigen Bewerbungen.
Und heute habe ich zwar keine Abfindung, allerdings neuen Job sogar bessere Konditionen und...positiven Stress,
denn ich kenne meine Grenzen nun besser.
Ich will dich nicht überzeugen oder bequasseln, denk nur einfach an dich.

Was bist du dir selbst wert,was bist du für dich bereit zu verändern oder ggflls auch zu verzichten,
um den Preis aus dem Hamsterrad entfliehen zu können?

Übreigens, ich habe damals meinen Chef um ein Gespräch gebeten, ihm meine Situation erklärt,
nie von Burnout oder Erschöpfung gesprochen , aber...davon dass ich aktiv werden muss, für mich eine Veränderung brauche.
Das Verständnis war erstaunlich,er hat selbst Unsicherheit gehabt,weil er nicht wusste, mit solchen Situationen umzugehen.
Er hat mir Zeit gelassen,bis ich anderen Job hatte und nicht gekündigt...
Über diese meine Entscheidung bin ich heute froh und irgendwie mir selbst gegenüber bißchen dankbar.

Es wird zwar meine zukünftige Rente auch nicht erhöhen,allerdings weiß ich ,mir bin ich treu geblieben
und ich werde klarkommen irgendwie.
Ich habe keine Angst,im Zweifelsfall würde ich mir später eine Arbeit suchen ,um die Rente noch etwas aufzupeppen,
auch u.U. Regale einräumen ...was Spass macht (mir jedenfalls) ,habe ich lange als Minijob gemacht als ich studierte.


Nimm es bitte als Gedankenanstoss,du wirst den richtigen Weg für dich finden und ich bin gespannt,
wie es bei dir weiter geht.
Viele Grüße,
Caro
Nimm mich so wie ich bin

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Re: Burnout auf der Arbeit outen?

Ungelesener Beitrag von nijura » Mo 11. Feb 2019, 03:07

Ich habe nun nicht alle Artikel gelesen, aber für mich ein ganz klares nein zum Outing.
Warum, es stellt niemand fragen, also warum willst du dich outen? Willst du dass du gekündigt wirst? Für mich schreibt es sich so, als wolltest du weg.

Ich habe es getan. Einfach gekündigt und gesagt leckt mich.... es gehen dir etliche Vorteile flöten.
Ja ich habe wieder Arbeit. Wahrscheinlich wieder nicht das passende, aber das ist eine andere Storry.

Ich kann nur jedem empfehlen, den Kopf unten zu halten und selbst bei langer Krankheit nicht einfach hin zu schmeissen.

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