Wieviel Anteil hat eure HS an eurem BO?

Zusammenhänge des BurnOut mit Hypersensibilität
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maya
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Wieviel Anteil hat eure HS an eurem BO?

Ungelesener Beitrag von maya » Mo 11. Feb 2019, 17:49

Hallo, wie ich hier lese, haben viele HSP den aha-Moment für ihr BO bekommen, als ihnen klar wurde, dass sie hochsensibel sind.

Bei mir ist es von Anfang an und gravierend meine extreme Dauerüberreizung von Kindheitszeiten an, die mich platt machte. Erst nannte ich es Nervosität, dann Überdrehtsein, dann Stressanfälligkeit, dann Hochsensibilität.

Dadurch kamen als Folge Depressionen., BO und was nicht alles.


Aber es war nicht nur ein hochsensibles Persönlichkeitsmerkmal - es machte mich von Anfang an krank und ängstlich und weniger belastbar und zur Trickmeisterin, um meinen Alltag zu bestehen.


Daher rettete mich meine ADHS-Diagnose, denn nun konnte ich mit dieser enorm quälenden und zermürbenden Dauerüberreizung umgehen und sie enorm lindern.

Aber vermutlich habe ich ADHS u n d HS, denn abgesehen von der enormen Reizoffenheit bin ich keine typische ADHSlerin. Ich bin aber froh, dass diese Diagnose mir endlich Hilfe brachte.


Allerdings bedeutet meine Hochsensibilität noch viel mehr als diese eine zermürbende Reizoffenheit. Sie spielt auch stark in meine Begabungen, Interessen und Kompensationen der Dauerüberreizung rein und prägte beruflich und privat stark mein Leben.


Wieviel HS steckt in eurem BO?
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Blume71
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Re: Wieviel Anteil hat eure HS an eurem BO?

Ungelesener Beitrag von Blume71 » Di 12. Feb 2019, 10:25

Guten Morgen maya,

das ist ein sehr interessante Frage und ich vermute mal, dass ich auch HS bin, habe es aber nie testen lassen.

Fakt ist nur, dass ich schon immer nicht so viel belastbar war wie andere, es erschien mir zumindest so. Auch habe ich mir schon immer mehr Gedanken über alles gemacht und alles hinterfragt. Warum ist was so?

Mein Akku war schneller alle, ich hatte Gedanken, die andere nicht hatten. Ich nahm Dinge war, im zwischenmenschlichen Bereich, die andere gar nicht bemerkten. Tiefsinnige Gespräch waren schon immer wichtig und gaben mir ein sehr gutes Gefühl. Oberflächlichkeiten und smalltalk waren mir zuwider. Für manche dann aber auch schon mal eine sog. "Spaßbremse". War in der Schule immer im Hintergrund, eher still und hatte eher 1-2 enge Freundschaften als ein Gruppe.

Nach meinen BO sind Geräuschempfindlichkeit, zu viele Menschen im Raum und das Bedürfnis nach Ruhe viel größer geworden und ich stellte mir bereits mehrfach die Frage, ob nicht jeder BO´ler nach seiner Erkrankung HS ist bzw. werden!
Manche sind es sicher bereits auch schon vorher, aber nach dieser Erkrankung doch erst recht.

Früher habe ich es z.B. auch genossen in lauten Techno-Kellern abzutanzen, da konnte ich mich richtig vergessen bei. Noch heute gefällt mir die Musik....wäre ich jetzt HS gewesen, hätte ich das doch kaum ausgehalten, oder?

Vor vielen Jahren hatte ich mal einen leichten Hörsturz (nach Arbeitsstress) der wurde besser als ich ohne Medis direkt danach in den Urlaub fuhr. Seitdem bin ich geräuschempfindlicher.


Ich habe schon mehrfach Tests (online) gemacht, wo ganz sicher eine HS im oberen Bereich herauskam. Ich frage mich aber - wie gesagt - ob es nach meinen BO erst recht so ist.

Wo testet man denn eine HS? bzw. welcher Arzt stellt das fest?

Ich hatte mal meine Thera darauf angesprochen, weil ich hier im Forum schon einiges darüber gelesen hatte, aber sie hat nicht viel darauf erwidert. Sie hatte eher ein ?? im Gesicht. Entweder kennt sich sich damit nicht aus oder ich bin auf keinen Fall HS!

Ist das (im ländlichen Bereich) noch gar nicht so bekannt, evtl?


Lieben Gruß Blume
Lass es doch einfach mal laufen.....das Leben!

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Re: Wieviel Anteil hat eure HS an eurem BO?

Ungelesener Beitrag von Belgis » Di 12. Feb 2019, 14:20

Hallo maya,

ich denke, dass meine Hypersensibilität eine große "Schuld" an meinem BO hat. Auch diese Woche erlebe ich es wieder als sehr heftig. Ich muss ständig auf der Arbeit weinen und versuche das natürlich zu verstecken und unterdrücken, was sehr anstrengend ist.... Das ist nur ein kleines Beispiel. Ich könnte ein Buch schreiben.

@Blume: ich weiß nicht, ob es da exact eine Diagnose gibt. Meine Ärzte und Therapeuten wissen, dass ich Hypersensibel bin. Allerdings ist das nie konkret diagnostiziert worden. Es wird halt nur darüber geredet.
Außerdem hat das ganze ja auch wieder sehr unterschiedliche Formen und ob du eine Disco aushälst oder nicht sagt in der Hinsicht gar nichts aus. Ich selber finde schon das gedröhne im Café sehr anstrengend... Aber da ist jeder anders.

Liebe Grüße

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maya
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Re: Wieviel Anteil hat eure HS an eurem BO?

Ungelesener Beitrag von maya » Di 12. Feb 2019, 15:46

Blume71 hat geschrieben:
Di 12. Feb 2019, 10:25
das ist ein sehr interessante Frage und ich vermute mal, dass ich auch HS bin, habe es aber nie testen lassen.
Fakt ist nur, dass ich schon immer nicht so viel belastbar war wie andere, es erschien mir zumindest so. Auch habe ich mir schon immer mehr Gedanken über alles gemacht und alles hinterfragt. Warum ist was so?
Mein Akku war schneller alle, ich hatte Gedanken, die andere nicht hatten. Ich nahm Dinge war, im zwischenmenschlichen Bereich, die andere gar nicht bemerkten. Tiefsinnige Gespräch waren schon immer wichtig und gaben mir ein sehr gutes Gefühl. Oberflächlichkeiten und smalltalk waren mir zuwider. Für manche dann aber auch schon mal eine sog. "Spaßbremse". War in der Schule immer im Hintergrund, eher still und hatte eher 1-2 enge Freundschaften als ein Gruppe.
Hallo Blume, ja, der Akku schneller alle und weniger belastbar in ganz normalem Umfeld, weil eben soviel Kraft dabei drauf ging und geht, die höhere Reizflut aufgrund der HS-Reizfilterschwäche zu verarbeiten, das ist, wenn es einem selber schon deutlich auffällt von jung an in der eigenen Lebensgeschichte, zusammen mit Geräuschempfindlichkeiten, Geruchsempfindlichkeiten, Überreizung bei Menschenmengen und Ruhebedürfnis schon als junger Mensch und Zurückhaltung deswegen und dem Gefühl, anders als die anderen zu sein, oft ein Hinweis auf HS. Auch eine hohe Empathie im zwischenmenschlichen Bereich.

Blume71 hat geschrieben:
Di 12. Feb 2019, 10:25
Nach meinen BO sind Geräuschempfindlichkeit, zu viele Menschen im Raum und das Bedürfnis nach Ruhe viel größer geworden und ich stellte mir bereits mehrfach die Frage, ob nicht jeder BO´ler nach seiner Erkrankung HS ist bzw. werden!
Manche sind es sicher bereits auch schon vorher, aber nach dieser Erkrankung doch erst recht.
Früher habe ich es z.B. auch genossen in lauten Techno-Kellern abzutanzen, da konnte ich mich richtig vergessen bei. Noch heute gefällt mir die Musik....wäre ich jetzt HS gewesen, hätte ich das doch kaum ausgehalten, oder?
Vor vielen Jahren hatte ich mal einen leichten Hörsturz (nach Arbeitsstress) der wurde besser als ich ohne Medis direkt danach in den Urlaub fuhr. Seitdem bin ich geräuschempfindlicher.
Ich habe schon mehrfach Tests (online) gemacht, wo ganz sicher eine HS im oberen Bereich herauskam. Ich frage mich aber - wie gesagt - ob es nach meinen BO erst recht so ist.
Geräuschempfindlichkeit und das Bedürfnis nach Ruhe und auch die Belastbarkeit und der persönliche Geschmackswandel in anderen Bereichen verändern sich ja bei den meisten Menschen über die Jahre mit zunehmender Alltagsauslastung und Kräfteabbau, das kennt fast jeder.
Und nach längeren schwereren Krankheitszeiten wie BO, die ihre Spuren hinterlassen, erst recht!
Das müsste von sich aus gar nichts mit HS zu tun haben, wären da nicht schon diese Besonderheiten von ganz früh an im Leben

Blume71 hat geschrieben:
Di 12. Feb 2019, 10:25
Wo testet man denn eine HS? bzw. welcher Arzt stellt das fest?
Ich hatte mal meine Thera darauf angesprochen, weil ich hier im Forum schon einiges darüber gelesen hatte, aber sie hat nicht viel darauf erwidert. Sie hatte eher ein ?? im Gesicht. Entweder kennt sich sich damit nicht aus oder ich bin auf keinen Fall HS!
Ist das (im ländlichen Bereich) noch gar nicht so bekannt, evtl?
Weil HS ja keine Krankheit ist, sondern ein Persönlichkeitsmerkmal, eine neurologische Konstitution, beschäftigen sich Ärzte und Therapeuten damit nicht, außer ganz wenigen, weil sie meist selbst betroffen sind.
Darum ist HS auch nicht gut erforscht und gibt es keine unumstrittenen Definitionen dafür. Dann ist es momentan auch noch eine Modediagnose, darum lassen da Ärzte vermutlich auch die Hände davon.
Zudem gibt es ja auch noch Krankheiten, körperlich oder psychisch, die ähnliche Symptome machen wie ADHS, Autismus, Depressionen usw., die müssten erstmal ausgeschlossen werden.

Angenommen wird, dass es 20-30 % der Menschen betrifft (übrigens gilt das auch für die Tierwelt) und dass die Evolution es nicht lange rausgeschmissen hat, spricht für den Sinn und die Wichtigkeit der HS für die Menschheit.
Viele HSP werden also ohne Beschwerden unter uns leben und wie auch z.B.ähnlich wie bei Hochbegabungen, was ja auch keine Krankheit ist, solange gar nicht nach Ärzten und Therapeuten suchen wie sie sich gar nicht schlecht damit fühlen. Sie merken, sie sind anders, aber so wie auch jeder seine Besonderheiten individuell hat und seine Begabungen.
In Zeiten, wo aber sowieso schon allgemein die Reizüberflutung und die Hektik krankmachend werden, kann ich mir vorstellen, dass dann gerade HSP schneller in Bedrängnis geraten.

Was HS von ADHS z.B. unterscheidet, ist, dass kein Schulversagen, keine Aufmerksamkeitsstörung im Vordergrund stehen, sondern dass sie Folge sind und je nach Ruhe auch gar nicht auftreten. Dass einfach von Kleinauf die Selbstregulation der Überreizung viel Kraft bindet. Dies ist den Betroffenen so auffällig, dass sie anfangen, Fachliteratur dazu zu lesen und die empfohlenen Tests zu machen.
Da HS aber eben keine Krankheit ist, stehen HSP auf dem Schlauch, wenn ihre Besonderheiten krankmachende Folgen haben. Wie auch bei BO braucht es dann immer eine Krankheit dazu, damit Ärzte und Therapeuten tätig werden können.
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Re: Wieviel Anteil hat eure HS an eurem BO?

Ungelesener Beitrag von maya » Di 12. Feb 2019, 15:56

Belgis hat geschrieben:
Di 12. Feb 2019, 14:20
Hallo maya,

ich denke, dass meine Hypersensibilität eine große "Schuld" an meinem BO hat. Auch diese Woche erlebe ich es wieder als sehr heftig. Ich muss ständig auf der Arbeit weinen und versuche das natürlich zu verstecken und unterdrücken, was sehr anstrengend ist.... Das ist nur ein kleines Beispiel. Ich könnte ein Buch schreiben.

@Blume: ich weiß nicht, ob es da exact eine Diagnose gibt. Meine Ärzte und Therapeuten wissen, dass ich Hypersensibel bin. Allerdings ist das nie konkret diagnostiziert worden. Es wird halt nur darüber geredet.
Außerdem hat das ganze ja auch wieder sehr unterschiedliche Formen und ob du eine Disco aushälst oder nicht sagt in der Hinsicht gar nichts aus. Ich selber finde schon das gedröhne im Café sehr anstrengend... Aber da ist jeder anders.

Liebe Grüße

Hallo Belgis, ja, es ist meist eine Selbstdiagnose und Ärzte und Therapeuten mögen es im Hinterkopf behalten, wenn sie es überhaupt akzeptieren, aber da es eben keine Krankheit ist, geschieht da oft nicht mehr.
Wenn es aber in der eigenen Lebensgeschichte immer entscheidender Kraftzehrer und entscheidende Belastbarkeitsbremse war, werden wir HS persönlich als Argumentation für unsere Verfassung und als Verständnis unserer Beschwerden auch nicht ignorieren können, denn wir fragen uns ja immer: Warum kam es zum BO?

Mir war egal, welchen Namen meine Dauerüberreizung hat, ich wusste nur, sie ist es mit entscheidenden Krankheitsfolgen. Darum fand auch niemand andere Ursachen bei mir.

Liebe Grüße! maya
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Re: Wieviel Anteil hat eure HS an eurem BO?

Ungelesener Beitrag von maya » Di 12. Feb 2019, 16:13

Die Selbsthilfe und der Austausch zum Thema Hochsensibilität ist darum so wichtig.

Hochsensibilität gilt eben nicht als Krankheit und ist trotzdem seit den 90er Jahren und der selbst betroffenen Forscherin Elaine Aron u.a. bekannt.


Wer davon betroffen ist, kann es nicht ignorieren, weil es sie anders wahrnehmen und reagieren lässt im Leben und dann auch die Ursache für vieles ist.

Und trotzdem ist es bisjetzt kein Thema bei Ärzten und Therapeuten, weil eben keine Krankheit. Dasselbe Dilemma wie bei BO ja auch. Da muss erst immer eine Krankheit dazukommen.


Für die Ursachensuche und die Behandlung von Beschwerden und das Verständnis von uns selbst ist es aber sehr wichtig.
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