Achtung Gefahr! Auf dem Weg ins Dritte?

Wenn das BurnOut-Syndrom wieder kommt ...
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Lisa1962
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Re: Achtung Gefahr! Auf dem Weg ins Dritte?

Ungelesener Beitrag von Lisa1962 » Mi 31. Okt 2018, 19:09

Liebe Alle
ich kann mich einfach nicht von der Angst vor Kündigung wegen Krankheit schützen! Jetzt bin ich seit 9 Tagen krank und habe erneut Antibiotika und heute haben sie mich noch gefragt, ob ich es nicht hätte vermeiden können, krank zu werden, wo ich den Moment verpasst hätte, aufzupassen - ich war total fertig. Ich habe auch extrem viel Arbeit und viele Überstunden im Moment. Ich habe vor vier Wochen eingewilligt, 2 Tage Überstunden zu machen. Das war der erste unglaublich dumme Fehler, den ich einfach ich hoffe, nie mehr mache. Und dann habe ich vor lauter Arbeit auch noch zusätzlich überzeit gemacht - ich verstehe mich selber nicht mehr. Warum habe ich immer so Angst vor dem AG.
Es geht mir heute gesundheitlich aber endlich etwas besser. Und ich habe beschlossen, wieder in Therapie zu gehen, hatte heute aber mir nicht die Zeit genommen zum Anmelden. Morgen melde ich mich an.
Hoffnung ist die Fähigkeit, über das Jetzt hinauszudenken.

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Lisa1962
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Re: Achtung Gefahr! Auf dem Weg ins Dritte?

Ungelesener Beitrag von Lisa1962 » Fr 16. Nov 2018, 21:47

Liebe Alle
Gestern habe ich all Eure Antworten und die ganzen Einleitungskapitel auf dieser Plattform gelesen - und plötzlich sah ich wie plastisch vor mir mein erneutes Leiden und was mit was zusammenhängt und - ich war irgendwie glücklich - auch wenn das ganz schräg tönt - ich war glücklich zu sehen, wie ich mich in der Burnoutspirale drehte und wo - es war eine ganz grosse Erleichterung - ich war wieder drin, aber ich erkannte das Ganze daran wieder - ich litt nicht nur von einem Gefühl ins andere, von einem Symptom ins Andere - ich sah und spürte mich als Einheit - und sah plötzlich die Strasse, die ins Elend führt und darauf einen Wegweiser: Hier bitte abbiegen Richtung Gesundheit! Ich kann es nicht anders sagen als ich bin glücklich.
Ich werde wieder gesund werden - und ich habe damit schon begonnen. Ich hatte eigentlich schon vor zwei Wochen damit begonnen, als ich meinem Chef eine detaillierte Liste gegeben habe, was momentan meine Aufgaben sind und: wo ich Unterstützung brauche, wo ich sie bekomme, wo nicht, was mich auslaugt und was mich stärkt - aus dem Elend heraus war es mir gelungen, eine klare, sachliche, mutige Standortbestimmung zu formulieren, einfach so am Abend nach der Arbeit in weniger als zwanzig Minuten, ohne Zögern, ohne Angst - und dann geschah, was ich nicht wirklich erwartete: ich wurde von ihm angehört Und im Detail besprach er mit mir die Massnahmen, Mit mir - das ist so noch nie vorgekommen - ich ging aus diesem Gespräch an die Arbeit wie in einem neuen Leben! Diese Angst, der ich mich gestellt hatte, dass ich nicht gehört werde - dieser Angst bin ich begegnet - und ich wurde gehört und jetzt ist der ganze Druck, die ganze Angst weg. Ich war zwar heute sehr sehr müde, aber ich fühlte mich leicht wie eine Feder.
Angst - das ist meine Krankheit - der Angst begegnen meine Rettung.
Ich versuche nun, meine Ängste zu erkennen und vor allem zu benennen - auch anderen gegenüber.
Irgendjemand irgendwo hat hier mal geschrieben: ich lasse die Anderen nicht mich bedrängen, ich gehe auf sie zu und sage: ohne Euch schaffe ich es nicht - helft mir - zeigt mir - ich weiss es nicht, aber jemand wird es wissen - erklärt mir - gebt mir eine Chance zu lernen - nicht stark sein müssen - schwach sein dürfen.
Das fällt mir schwer, denn ich habe als Kind gelernt, dass ich allein bin damit - dass ich für meine Mutter stark sein muss - denn sie hatte sehr sehr viel Angst - und verlangte von mir, dass ich für sie da sei. Es gab keinen Ort, mich hinzuwenden damals - sie stützte sich auf mich und ich glaubte, sie stützen zu müssen, weil mir diese Last niemand abnahm - so lebe ich noch heute: ich muss es immer alleine schaffen und immer für alle mit! Ein Grundgefühl, an dem der Stärkste zerbrechen muss.
Ich weiss nicht, ob das alles hier her gehört - aber: ich habe einen Anfang gefunden.
Lisa 1962
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Re: Achtung Gefahr! Auf dem Weg ins Dritte?

Ungelesener Beitrag von Mayke1 » Sa 17. Nov 2018, 10:27

Liebe Lisa,
dein gestriger Text hat mir so sehr weitergeholfen. Du hast das Gespräch mit deinem Vorgesetzten gesucht, dich der Angst gestellt und hast durch deine Offenheit eine große Entlastung erfahren. Auch ich habe gestern den ersten Schritt getan und einen Gesprächstermin mit meiner Schulleitung gleich für die kommende Woche festgesetzt. Auch ich werde mit offenen Karten spielen. Die Erleichterung, die aus dem Gespräch ( und vielleicht ergeben sich ja spontane Lösungen) resultiert, ist fast heute schon spürbar. Ich fühle mich nicht mehr handlungsunfähig sondern weiß, dass ICH SELBST was tun kann. Wie oft habe auch ich stundenlang auf der Bettkante gesessen und einfach nur gewartet, nicht wissend, worauf ich eigentlich warte. Ebenso wie du bin ich von frühester Kindheit an gewohnt, mich für das Wohlergehen meiner Eltern (hauptsächlich meiner Mutter) verantwortlich zu fühlen. Dass ich für mich selber Verantwortung übernehmen muss, wusste ich zwar, aber habe das Wissen igendwohin in mein Innerstes geschoben. Gestern habe ich den ersten eigenen Schritt zum verantwortlichen Handeln getan. Nicht der Arzt, der mich vor 3 Wochen dienstunfähig schrieb und der Amtsarzt wieder gesund! ICH habe diesen Schritt getan.
Ich wünsche dir, dass dein gefundener Anfang dir nun einen klaren weiteren Weg aufzeigen kann! Alles Gute!
Mayke

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Re: Achtung Gefahr! Auf dem Weg ins Dritte?

Ungelesener Beitrag von Lisa1962 » Mi 26. Dez 2018, 15:28

Liebe Mayke
Danke für Deine Antwort: Sie ist sehr erhellend für mich und es tut mir gut, dass Du es in Deinem Leben ähnlich erlebt hast, das mit Verantwortung für sich oder für andere übernehmen. Irgendwie wird mir nun klar, warum ich immer wie leer mich fühle und fühlte, wenn ich für mich Verantwortung übernehmen muss oder müsste: immer drängt sich in mir die Angst auf, in dieser Zeit die "anderen" für die ich verantwortlich "bin" oder denke zu sein besser, darunter leiden müssen, weil ich nicht für sie da bin, wenn ich für mich da bin - eine schreckliche und komische Angst - sie raubt mir die Möglichkeit, mich mit mir zu befassen bzw. Entschlüsse zu fassen.... tönt absurd.....ist es auch......ist aber ein Leiden.....
Heute geht es mir wieder einmal schlecht: Ich habe seit zwei Tagen Rücken- und Kopfschmerzen, habe das GEfühl, Tonnen gegessen zu haben aus der Leere und Müdigkeit in meinem Innneren heraus und bin auch 2 kg schwerer in einer Woche - das ist nicht schlimm, aber das Gefühl, ausser Essen nichts machen zu mögen, ist schrecklich.
Ich kann mich nicht einmal richtig ausdrücken heute - möglicherweise bin ich einfach totmüde.
Am Tag der Weihnachtsfeier mit meinen Angehörigen musste ich noch arbeiten vorher, machte als mein Beitrag ein Teil des Menus vorher, musste um 5 Uhr morgens es machen- dann kam die Feier, es war schön für mich, weil ich gut funktionierte und nichts tragisch nahm und auch viel Schönes erlebte - das komische war nur: ich wurde NICHT müde bis abends spät: zuerst dachte ich, es ist, weil alles so schön ist, es kam mir aber komisch vor, irgendwie kam ich mir wie gefühllos vor im Sinne dass ich nichts spüre - heute habe ich starke Rückenschmerzen und eine seelische Unruhe vom Schlimmsten und Bauchschmerzen und Übelkeit - ich kann kaum spazieren gehen, aber mein Rücken würde dadurch besser und ich MUSS einfach gehen.
Ich leide und kann keine Lösung finden heute.
Jetzt gehe ich spazieren - ich zwinge mich - es muss sein - es wird nicht schön, aber es muss sein.
Lisa
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Re: Achtung Gefahr! Auf dem Weg ins Dritte?

Ungelesener Beitrag von Lisa1962 » Do 27. Dez 2018, 17:31

Liebe Alle
Nach dem Spaziergang gestern war ich endlich! entspannt und ruhig. Obwohl total müde, ich bin 3 Stunden fast gerannt.
Auch heute bin ich ruhig und kann das Leben wieder geniessen. Ich merke einfach eine grosse Müdigkeit und eine Verlangsamung im Denken. Es macht mir Sorgen, ob ich wieder auf dem Weg in eine Erschöpfung bin. Ich weiss es nicht. Beziehungsweise - ich kann es gar nicht mehr fühlen nach all den Jahren Müdigkeit vom Temesta Und vom Burnout - ich spüre mich gar nicht mehr richtig. Das muss wieder ändern. Ich sollte wieder in die Körpertherapie - aber ich gehe nicht gerne...
Lisa
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