Gedächtnisleistung - wie viel kann ich mir noch merken?

... wie Kraft- und Lustlosigkeit, Gewichtsschwankungen, Schlafstörungen, Schmerzen und Missempfindungen, Gleichgewicht, Tinnitus, Herz- / Kreislaufbeschwerden, Sprach- und Konzentrationsstörungen ...
Lotusblume
Fleißiges Bienchen
Fleißiges Bienchen
Beiträge: 26
Registriert: Sa 10. Nov 2018, 19:49
Geschlecht: Weiblich
Ich bin: Betroffene(r)

Gedächtnisleistung - wie viel kann ich mir noch merken?

Ungelesener Beitrag von Lotusblume » Mi 2. Jan 2019, 22:35

Hallo zusammen,

in letzter Zeit merke ich häufiger, dass meine Gedächtnisleistung nach einer Weile abnimmt. Es kommt ein wenig drauf an, wie gut erholt ich bin bzw. wie viel los ist. In guten Tagen kann ich mich mittlerweile 2-3 Stunden gut konzentrieren (wie früher), ein Gespräch führen, d.h. den Gesprächspartner anhören, die Informationen aufnehmen, verarbeiten, Fragen stellen, die Infos etwas später wieder aufgreifen etc. Wie bei einer normalen Diskussion.
Wenn viel los war und ich weniger erholt bin, dann reicht es vielleicht für eine knappe Stunde. Danach kann ich nichts mehr aufnehmen, vergesse sofort, was ich tun wollte oder in einem Gespräch, was der andere gesagt hat.
Der Anfang des BO ist 3 Jahre her, der komplette BO, wo gar nichts mehr ging ist zwei Jahre her.

Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen?
Wie geht es denjenigen, bei denen ihr BO schon länger her ist?

Ich freue mich schon jetzt auf eure Fragen, Anregungen und Kommentare :)

Liebe Grüsse und auf ein frohes neues Jahr!
Lotusblume

Benutzeravatar
Blume71
Schnattertasche
Schnattertasche
Beiträge: 389
Registriert: So 12. Jun 2016, 20:16
Geschlecht: Weiblich
Ich bin: Betroffene(r)

Re: Gedächtnisleistung - wie viel kann ich mir noch merken?

Ungelesener Beitrag von Blume71 » Sa 5. Jan 2019, 15:53

Hallo Lotusblume,

so etwas kenne ich auch. Direkt im BO hatte ich sogar die Namen der Nachbarskinder vergessen. Namen vergesse ich heute noch sehr gerne, meist ein Zeichen dafür, dass gerade alles zuviel ist.

Mir ist auch schon passiert, dass ich mitten in einem (priv) Gespräch mit einer Kollegen gemerkt habe, dass mir jetzt alles viel zu viel wird. Meine Thera sagte, dass kann auch am Thema gelegen haben.

Ich denke, immer wieder inne halten, auf sich achten, auch nach Jahren ist und bleibt für uns weiterhin wichtig.

Lieben Gruß und alles Gute Blume!
Lass es doch einfach mal laufen.....das Leben!

Benutzeravatar
ZeroOne
Schnattertasche
Schnattertasche
Beiträge: 375
Registriert: Mi 21. Sep 2011, 13:37
Geschlecht: Männlich
Ich bin: Betroffene(r)
Herkunft: Uterus

Re: Gedächtnisleistung - wie viel kann ich mir noch merken?

Ungelesener Beitrag von ZeroOne » Mi 9. Jan 2019, 15:17

Hi!

Das ist ein Thema, welches mich heute immer noch runterzieht, wenn ich darüber nachdenke... :roll:

Ich kann von mir berichten, dass ich geistig bis heute nicht mehr meine Leistungsfähigkeit aus den Zeiten vor dem ersten BO erreicht habe. Damals konnte ich mir wirklich jeden Sch*** merken, z.B. konnte ich dir noch sagen, was ich vor einer Woche an einem bestimmten Wochentag gegessen hatte, oder bis wieviel Uhr ich an welchem Tag gearbeitet hatte...

Gut vielleicht lässt es sich mit dem Argument etwas relativieren, dass ich zwischenzeitlich auch fast 8 Jahre älter bin, aber das erklärt auch nicht einen so massiven Unterschied.

Training soll ja einiges bewirken - wie bei Muskeln eben auch. Daher habe ich es eine Weile mit dem Erlernen einer weiteren Fremdsprache versucht. Da habe ich nach einiger Zeit aber hingeschmissen, weil es einfach zu frustierend war, immer wieder festzustellen, dass ich Dinge vergessen hatte, die ich erst 1 oder 2 Wochen zuvor intensiv gebüffelt hatte...

LG
ZeroOne

Lotusblume
Fleißiges Bienchen
Fleißiges Bienchen
Beiträge: 26
Registriert: Sa 10. Nov 2018, 19:49
Geschlecht: Weiblich
Ich bin: Betroffene(r)

Re: Gedächtnisleistung - wie viel kann ich mir noch merken?

Ungelesener Beitrag von Lotusblume » Do 10. Jan 2019, 23:07

Hallo Blume 71,
danke dir vielmals für deinen Eintrag. Ich war etwas länger abwesend und habe es erst jetzt richtig gelesen (aber noch nicht vergessen, dass ich beim Burnout-Forum angemeldet bin ;) Spass beiseite...).
Ja, das war bei mir auch so. Gleich zu Beginn habe ich viel mehr vergessen. Von daher geht es schon etwas besser... Geduld bringt Rosen. Aber du sagst es richtig, für uns ist und bleibt wichtig (und eigentlich für alle, einfach für uns besonders), dass wir immer mal wieder innehalten und auf uns achten und wenn es zu viel wird, wie auch mitten in einem Gespräch, und wir das merken, dass wir dann handeln. Früher habe ich dann alles geschluckt und nichts gesagt und gehofft, dass der andere nicht mehr weiter redet. Heute unterbreche ich den andern, lenke ab oder sage schlicht und einfach, dass für mich im Moment genug ist. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es die anderen oft akzeptieren. und wenn nicht, so ist es mir egal. Hauptsache, ich achte auf mich. Aber das war doch ein langer Lernprozess.... und es gelingt mir auch noch nicht immer.

Wie ergeht es dir jetzt so?

Liebe Grüsse und auch dir weiter das Beste, Lotusblume

Lotusblume
Fleißiges Bienchen
Fleißiges Bienchen
Beiträge: 26
Registriert: Sa 10. Nov 2018, 19:49
Geschlecht: Weiblich
Ich bin: Betroffene(r)

Re: Gedächtnisleistung - wie viel kann ich mir noch merken?

Ungelesener Beitrag von Lotusblume » Do 10. Jan 2019, 23:13

Hallo ZeroOne,
oh, da erkenne ich mich auch grad wieder. Ich konnte mir früher auch alles merken. Ich wusste genau, wann welcher meiner Freunde welche Termine hatte (sofern sie dieses mir sagten), was ich an welchem Wochentag gemacht hatte etc.
Das weiss ich mittlerweile nicht mehr bzw. hat es sich bei mir auch verändert. Ich habe gelernt, dass wir unsere Kräfte/Energie fokussieren können auf das Wesentliche. Man muss nicht alles wissen und nicht alles können. Ich habe gemerkt, dass das die anderen zum Teil auch nicht alles merken können. Dass dies eher mit einem erhöhten Anspruch an mich zusammenhängt... seit ich nicht mehr so viel von mir erwarte, bin ich zufriedener geworden. Etwas neues habe ich noch nicht mit lernen angefangen wie zum Beispiel eine Fremdsprache... da kann ich nicht mitreden.

Das einzige noch frustrierende ist, dass bei mir einfach das Fass noch früher voll ist. Wie gesagt, nach 2-3 Stunden geht nichts mehr rein. Ich brauche eine Pause/Erholung. Und ich denke, das wird schon noch weiter der Fall sein, dass man immer wieder Pausen einlegt (bewusst - verglichen zu anderen).

Mein Psychiater meint, diese Gedächtniseinschränkung sei noch eine Folge der Depression (Burnout an sich ist ja keine Diagnose...). Mal schauen, wie lange diese Folge bleibt.

Liebe Grüsse und danke, ich wünsche dir auch weiter viel Gutes, Lotusblume

Benutzeravatar
ZeroOne
Schnattertasche
Schnattertasche
Beiträge: 375
Registriert: Mi 21. Sep 2011, 13:37
Geschlecht: Männlich
Ich bin: Betroffene(r)
Herkunft: Uterus

Re: Gedächtnisleistung - wie viel kann ich mir noch merken?

Ungelesener Beitrag von ZeroOne » Fr 11. Jan 2019, 14:32

Hi Lotusblume!

Ich denke, dass das ein ganz wichtiger und zentraler Satz für BOler sein sollte:
Lotusblume hat geschrieben:
Do 10. Jan 2019, 23:13
Man muss nicht alles wissen und nicht alles können. Ich habe gemerkt, dass das die anderen zum Teil auch nicht alles merken können.
Bei einer früheren Therapie hatte ich auch Stressmanagement. Da wurde immer wieder herausgearbeitet, dass man zwangsläufig irgendwann durchknallt, wenn man alles selbst machen oder auch die Arbeit von anderen zu 100% kontrollieren will. Delegieren, Verantwortung abgeben, Vertrauen haben waren da Schlüsselbegriffe.
Das hatte ich mir auch ganz gut verinnerlicht und umgesetzt. Aber dann kam der Bau und ich bin mit dieser Einstellung gnadenlos gegen die Wand gefahren... :shock: :-))

Wahrscheinlich ist der "goldene Mittelweg" auch in diesem Fall das Optimum?

LG
ZeroOne

Benutzeravatar
Blume71
Schnattertasche
Schnattertasche
Beiträge: 389
Registriert: So 12. Jun 2016, 20:16
Geschlecht: Weiblich
Ich bin: Betroffene(r)

Re: Gedächtnisleistung - wie viel kann ich mir noch merken?

Ungelesener Beitrag von Blume71 » Fr 11. Jan 2019, 16:02

Lotusblume hat geschrieben:
Do 10. Jan 2019, 23:07
Hauptsache, ich achte auf mich. Aber das war doch ein langer Lernprozess.... und es gelingt mir auch noch nicht immer.

Wie ergeht es dir jetzt so?

Hallo Lotusblume,

da hast Du Recht. Ein Lernprozess, der wohl nie aufhört - glaube ich.
Man hat so lange in seinen Mustern gelebt, dass macht es so schwer, dass man wahrscheinlich auch nicht immer gleich merkt, wenn man wieder in alte Verhaltens- und Denkweisen rutscht.

Du fragst, wie es mir ergeht? Ich glaube, wir hatten beide in 2016 unser BO, oder?

Auf jeden Fall geht es mir besser und ich arbeite wieder Teilzeit - aber immer wieder habe ich Einbrüche. Ich bin weiterhin in ambulanter Therapie und das ist gut. Aufgrund meiner Lebenssituation war es aber auch kaum möglich große Veränderungen zu bewirken. Der Umgang damit hat sich geändert und ein besseres Abgrenzen, aber ich bin immer noch auf meinem Weg und er dauert sicher noch eine Weile an.

Liebe Grüße
Blume
Lass es doch einfach mal laufen.....das Leben!

Celli
Fleißiges Bienchen
Fleißiges Bienchen
Beiträge: 35
Registriert: Sa 5. Mai 2018, 13:36
Geschlecht: Weiblich
Ich bin: Betroffene(r)

Re: Gedächtnisleistung - wie viel kann ich mir noch merken?

Ungelesener Beitrag von Celli » Mo 14. Jan 2019, 20:40

Hallo :D

ich hatte meinen Burnout vor gut einem Jahr und merke, dass ich noch deutliche Gedächtnis-und Konzentrationsstörungen habe. Ich wollte euch mal fragen, ob ihr Antidepressiva genommen habt oder immer noch nehmt und wenn ja welche. Haben die bei euch was bewirkt?

Danke für eure Antworten

LG Celli

Benutzeravatar
ZeroOne
Schnattertasche
Schnattertasche
Beiträge: 375
Registriert: Mi 21. Sep 2011, 13:37
Geschlecht: Männlich
Ich bin: Betroffene(r)
Herkunft: Uterus

Re: Gedächtnisleistung - wie viel kann ich mir noch merken?

Ungelesener Beitrag von ZeroOne » Di 15. Jan 2019, 08:49

Hi Celli!
Celli hat geschrieben:
Mo 14. Jan 2019, 20:40
Ich wollte euch mal fragen, ob ihr Antidepressiva genommen habt oder immer noch nehmt und wenn ja welche. Haben die bei euch was bewirkt?
Ja, das haben viele hier gemacht und tun es teilweise immer noch. Viele Erfahrungen und Diskussionen dazu findest du in diesem Unterforum.

Hoffe, ich konnte weiterhelfen.

LG
ZeroOne

Lotusblume
Fleißiges Bienchen
Fleißiges Bienchen
Beiträge: 26
Registriert: Sa 10. Nov 2018, 19:49
Geschlecht: Weiblich
Ich bin: Betroffene(r)

Re: Gedächtnisleistung - wie viel kann ich mir noch merken?

Ungelesener Beitrag von Lotusblume » Di 15. Jan 2019, 10:50

Hallo ZeroOne, hallo Blume
Die Schlüsselbegriffe von dir ZeroOne treffen es auf den Punkt. Und doch sind unsere Verhaltensweisen und Muster doch ziemlich automatisiert. Von daher kann ich gut verstehen, dass man da je nach Lebenssituation wieder reingerät. Genau, der goldene Mittelweg ist es ;-)
Ja genau, ich hatte meinen totalen BO im Jan. 17. hab bei der Arbeit mehrere Versuche gemacht und begonnen, mir neue Verhaltensweisen wie abgrenzen, ich muss nicht alles sofort erledigen, die anderen können warten wenns nicht um Leben umd Tod geht, gezielte Pausen mit Frischluft, PMR etc. anzueignen. Der Stress war aber zu gross. Ich hatte zusätzlich Panikattacken. Seit Juli 2018 arbeite ich nicht. Ich werde zuerst ein Aufbauprogramm machen, um mich langsam an den Arbeitsprozess zu gewöhnen. Blume, ich glaube, der Prozess hört nie auf. Aber ich versuche mir zu sagen, alle Menschen lernen ein Leben lang. Anscheinend ist es für mich hier auf dieser Erde diese Aufgabe....

Noch zu dir Celli, ZeroOne hat bereits den Link gesendet. Da kannst du einiges lesen. Mir persönlich tut es gut, AD zu nehmen. Es reguliert meine Stimmungen und körperlichen vegetativen Symptome. Aber das muss wohl jeder für sich in Absprache mit dem Arzt entscheiden...

Ich wünsche euch allen einen schönen herzensguten Tag.
Lotusblume

Antworten

Zurück zu „Körperliche Symptome, Ursachen und Folgen ...“