Herzstolpern/Angst - immer unter Anspannung

... wie Kraft- und Lustlosigkeit, Gewichtsschwankungen, Schlafstörungen, Schmerzen und Missempfindungen, Gleichgewicht, Tinnitus, Herz- / Kreislaufbeschwerden, Sprach- und Konzentrationsstörungen ...
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Haddeline
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Re: Herzstolpern/Angst - immer unter Anspannung

Ungelesener Beitrag von Haddeline » Di 20. Nov 2018, 18:57

Guten Abend Mayke,

wie geht es Dir aktuell nach dem heutigen Gespräch? Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass einerseits die Erleichterung gross ist, endlich die Karten auf den Tisch gelegt zu haben und für sich selbst und seine Gesundheit Verantwortung zu übernehmen.
Andererseits ist es klar, dass sich seitens des Arbeitgebers die Begeistertung in Grenzen hält und das schlechte Gewissen somit gefördert werden soll....
Ich habe Wochen zuvor meine Situation bei mehreren Vorgesetzten vorgetragen, aber ich wurde noch mehr unter Druck gesetzt, mein neues, zusätzliches Arbeitspensum schnell zu erlernen und umzusetzen. Alle Warnzeichen meinerseits wurden demonstrativ ignoriert, nun geht halt gar nix mehr bei mir.... keiner meldet sich bei mir, keine Gratulation zum Geburtstag, keine Genesungswünsche, die Gehaltsabrechnung kommentarlos in einen frankierten Briefumschlag an mich geschickt.
Andererseits erleichtert mir diese fehlende Wertschätzung, mich auf meine Genesung zu konzentrieren und zu überlegen, wie es später beruflich weitergeht.
Zur Kur würde ich gerne nach Bischofsgrün ( ist nicht so weit von mir entfernt ) oder Bad Bocklet, je nachdem wohin mich die Rentenversicherung schickt. Erstmal heisst es zum Arzt Befunde anfordern, Antrag ausfüllen und dann Daumen drücken.
Am besten gehst Du gemeinsam mit Deinem Mann zum Hausarzt und schilderst die Situation. Bestimmt gibt es Möglichkeiten zur Familien-Reha ( ich war schonmal auf Reha, da war auch ein Ehepaar zusammen dort wegen unterschiedlicher Beschwerden ).

Ich wünsche Dir einen entspannten Abend und tu Dir was Gutes.

Viele liebe Grüsse
Haddeline

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Mayke1
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Re: Herzstolpern/Angst - immer unter Anspannung

Ungelesener Beitrag von Mayke1 » Do 22. Nov 2018, 13:20

Liebe Haddeline,
vielen Dank für deine Tipps! Wie sehen jetzt deine Nächte aus? Kriegst du Medikamente?

Nun bin ich auch schon ein paar Schritte weiter und meine Vernunft hat die Panik zurück in ihre Schranken gewiesen.
Wir haben beim Sozialamt nach der Vorgehensweise Richtung Grad der Behinderung angefragt. Dafür müssen auch viele Unterlagen beigeschafft werden.
Bad Bocklet - von uns auch nicht soo weit weg - ist anscheinend DIE Kurklinik, in die offensichtlich Lehrer geschickt werden. Jedenfalls tauchten auf den Seiten der Beihilfe und der Regierung von Ufr. immer Hinweise für Bad Bocklet auf.
Selber wäre ich gern in Bad Windsheim, weil wir durch Mann und Tochter die Einrichtungen schon kennen und auch sonst sehr oft zu Gast im Thermalbad sind. Ich fände es wirklich schön, wenn mein Mann in derselben Klinik zur selben Zeit untergebracht werden könnte. Seine gesundheitlichen Probleme sind aber ganz anders als meine. Bad Windsheim wäre für meine und seine Behandlung geeignet: Haut und Rheuma und ich mit Herz-Kreislauf und etlichen Kilos zu viel.
Verstanden habe ich es so, dass ich in einer anderen Reha-Einrichtung draufzahlen müsste, wenn ich Bad Bocklet nicht wähle.

Heute also habe ich es geschafft, selber einen Termin beim Kardiologen auszumachen. Danach war ich ganz platt und ein paar Erschöpfungssymptome kamen ans Tageslicht. Wegen eines Anrufs! Manchmal schüttel ich den Kopf über mein Verhalten. Immer wenn eine unaufschiebbare Entscheidung ansteht, die Situation insgesamt aber unklar ist, reagiere ich so panisch.
Mir erscheint es jetzt sinnvoller, den Weg vom Hausarzt zum Facharzt zu gehen anstatt gleich in die Notaufnahme zu poltern.

Das Gespräch mit der Schulleitung hätte ich mir sparen können. Ich ärgere mich über mich selber. Genauso wie bei dir, ist mit mir nun auch verfahren worden. Die Krankmeldung habe ich per WhatsApp zur Konrektorin geschickt. Das ist bei uns die übliche Vorgehensweise. Zurück kam weder "gute Besserung" oder "kurier dich aus, wir kümmern uns um alles andere." Es kam nur "ok" und sonst nichts. Von Kranken wurde auch meistens gefordert, von daheim aus die Wochenpläne zu schreiben, Material zu beschaffen und irgendwie in die Schule zu bringen. Auch davon keine Spur. Worüber ich ja froh bin! Bisher hat sich nur eine Kollegin gerührt, mit der ich freundschaftlich verbunden bin. Aber auch sie hat nur sagen "müssen", dass ich mit meinem Aufstand ja alles durcheinander brächte und mich nicht so aufspielen solle. Anderen Menschen ginge es ja noch viel schlechter. Nicht sehr wertschätzend, zumal das das Jahresthema an unserer Schule ist! Genau wie du hatte ich öfters verlauten lassen, dass ich am Limit angekommen bin. Ich weiß nicht, ob es ein Fehler war, zu wenig deutlich dabei zu sein. Meine Chefin sagte morgens manchmal überrascht "du bist ja anwesend! Dann muss ich mich heute nicht um einen Vertretungsplan kümmern. Schau, dass es noch eine Weile so gut anhält." Es hat eben nicht angehalten. Man ( = die gesamte Schulleitung, zu der sich noch die Sozialarbeiterin zählt und die eigentliche heimliche Chefin ist) ist nun verschnupft und beleidigt, maßt sich doch eine Kollegin an, Unruhe ins eh schon verworrene Gefüge zu bringen.
Schade, dass ich nun vor der Klasse WIEDER fehle. Ich war erst Ende September/ Anfang Oktober wegen eines blöden Infekts außer Dienst. Danach war es eine riesige Mühe, meine wilde Klasse wieder zu zähmen. Nun HATTE ich die Kinder wieder so weit, dass ich vernünftig mit ihnen arbeiten konnte. Jetzt also wieder AU bis erst mal 30.11. und danach finde ich bestimmt wieder einen "wilden Haufen" vor. Ist eigentlich den Kindern gegenüber lieb gemeint. Von den Ergebnissen beim Arzt werde ich berichten. Wahrscheinlich will das Erlebte sowieso niedergeschrieben werden.
Geburtstag hast du gehabt? Dann schicke ich dir jetzt ganz liebe Geburtstagsgrüße nachträglich, verbunden mit den allerbesten Wünschen und dass sie in Erfüllung gehen mögen!
Bis auf bald, alles Liebe von Mayke

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Re: Herzstolpern/Angst - immer unter Anspannung

Ungelesener Beitrag von Haddeline » Do 22. Nov 2018, 19:40

Guten Abend liebe Mayke,

so, nachdem mein Beitrag von heute Nachmittag nach dem Absenden wohl im Nirvana gelandet ist, starte ich einen neuen Versuch...

Erstmal herzlichen Dank für die nachträglichen Glückwünsche, ich freue mich sehr darüber! Noch mehr aber, dass es Dir heute wieder besser geht und Du die Akutsituation überstanden hast.
Nach Deinem Gespräch mit der Schulleitung kann ich sehr gut nachvollziehen, dass Dir dieses enttäuschende Resultat quasi den Rest gegeben hat. Unser beider berufliche Situationen gleichen sich doch sehr, wobei ich im kaufmännischen Bereich ( Logistik ) tätig bin. Aber heutzutage zählt nur noch der Profit und das Image nach aussen, die Mitarbeiter sind nur Nummern die zu funktonieren haben, mehr zählt nicht und interessiert auch nicht.
Bezüglich meiner Herzkathederuntersuchung kann ich Positives berichten, ich habe wider Erwarten eine Befund erhalten, wenn auch mit "?". Die Ärtzin hatte bei der Punktion der Arterie am Handgelenk Probleme den Katheder zu legen, da die Arterie aufgrund spastischer Verkrampfungen schwer zu " erwischen " war. Sie sagte, sowas hat sie auch noch nicht erlebt. Nachdem die Untersuchung beendet war, bekam ich den erfreulichen Befund, dass keine Stenosen vorliegen und die Gefässe glattwandig sein. Auf meine Nachfrage, woher meine allnächtlichen Beschwerden kommen, wurde die Diagnose " Prinzmetal Angina " vermutet. Dabei verengen sich die Herzkranzgefässe aufgrund spastischer Verkrampfungen, somit wird das Herz mit zuwenig Sauerstoff versorgt. Als Medikament wurde mir ein Calciumkanal-Blocker " Verapamil " verordnet, der zum Glück schon Wirkung zeigt!
Der Druck auf dem Herz lässt spürbar nach, ebenso die innere Unruhe, Atemnot, Kribbeln in den Beinen, etc. Schlafen kann ich zwar immer noch nicht gut, aber ich bin morgends nicht mehr ganz so schlimm gerädert wie bisher. Wenn ich tagsüber im Wald spazieren gehe, bekomme ich wieder besser Luft und versuche mich somit selbst zu motivieren. Leider bin ich trotzdem sehr schnell erschöpft und grüble viel, wie es mit mir weitergeht, ob ich die richtige Entscheidung mit meiner Krankmeldung getroffen habe...
Seit gestern bin ich damit beschäftigt, alle Arzt Befunde der letzten 12 Monate für meinen Reha-Antrag zusammenzutragen und habe diesen bei meiner Hausärztin zum Ausfüllen des " Ärzteteils " abgegeben. Desweiteren habe ich Anfang Dezember einen Termin bei einer Psychotherapeutin zum Erstgespräch/Bestandsaufnahme, um gezielt nach einer passenden Therapie für mich zu suchen. Bei ihr müsste ich ca. 1 Jahr warten, also muss ich bei weiteren Therapeuten anfragen, um einen früheren Termin zu finden. Ich spüre dadurch, wie mich das alles anstrengt, dachte ich doch mir ginge es schon viel besser. Meine Belastbarkeit ist ziemlich auf Null geschrumpft, wie sollte ich so arbeiten können?
Ich hoffe sehr, dass die Reha genehmigt wird und ich dadurch neue Energie mobilisieren kann. Mein Lebensgefährte unterstützt mich sehr in meinen Entscheidungen und spricht mir Mut zu bei Zweifeln jeglicher Art. Da er selbst zu 80% schwerbehindert und seit 5 Jahren EU-Rentner ist, bestärkt er mich darin, mich auf meine Genesung zu konzentrieren.
Was mich auch beunruhigt, so wie bei vielen von Euch, alles ist soooo anstrengend.... das ist doch nicht normal, ich bin jetzt 6 Wochen AU und sollte doch erholt sein und vor Energie strotzen. Das zeigt mir leider, dass mein Erschöpfungssyndrom kein kleiner Schnupfen ist, der nach 14 Tagen auskuriert ist, erschreckend....
Zurück zum Thema Kardiologe, kann ich Dir nur raten Dich nicht abwimmeln zu lassen, falls kein eindeutiger Befund ermittelt wird. Bestehe auf weitere Untersuchungen und verdeutliche Deinen Leidensdruck.
So, jetzt sind meine Akkus fast leer, das Schreiben strengt mich ziemlich an.
Ich wünsche Dir alles Gute und einen gemütlichen Abend ( bei uns knistert das Holz im Kaminofen ).

Viele liebe Grüsse
Haddeline

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Re: Herzstolpern/Angst - immer unter Anspannung

Ungelesener Beitrag von Mayke1 » So 25. Nov 2018, 19:13

Heute Abend eine aktuelle Frage rund ins Forum:

Ich hatte nun ganze 7 Tage Ruhe vor meinem Poltern und Flimmern des Herzens. Mein Hausarzt hat mich letzte Woche abgewimmelt und gesagt, ich solle bei einer neuerlichen Episode in die Notaufnahme fahren. Dort habe ich angerufen und etwas ungehaltene Antworten bekommen, warum ich zum EKG schreiben in die Notaufnahme soll. Das könnte doch der Hausarzt machen, wenn die Herzattacke zu den Öffnungszeiten der Praxis anfängt.
Nun ist es wieder mal soweit. Es stolpert und poltert in mir. Das ist ja nichts Neues für mich und beunruhigt mich auch nicht so sehr. Ich gehe davon aus, dass es morgen früh immer noch anhält. Würdet ihr, trotz Abwimmeln einfach zum Hausarzt hingehen und sagen, sie sollen ein EKG schreiben? Vorher anrufen würde ich auch.
Am Dienstag habe ich einen Termin beim Kardiologen, aber dann ist der Anfall wahrscheinlich vorbei. Mir wäre es wichtig, dass ein EKG geschrieben wird, aber in die Notaufnahme möchte ich mich nicht stundenlang setzen und anderen Patienten den Platz wegnehmen.

Soll ich mich trauen, den HA zu verärgern? In der Praxis wird auch immer herumgejammert, dass man dort "unterbesetzt" sei. Ich bin dort schon seit über 30 Jahren Patientin.
Heute bin ich schon den ganzen Tag sehr unruhig und angespannt und fühle mich nun ziemlich überfordert. Mein Mann arbeitet morgen wieder, würde aber auf Abruf kommen und mich zum Arzt bringen. Selber Autofahren kann ich während der Stolperstunden nicht.
LG von Mayke und vielen Dank!

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Re: Herzstolpern/Angst - immer unter Anspannung

Ungelesener Beitrag von derwolf » Mo 26. Nov 2018, 13:50

Hallo Mayke,

hoffe du hast dich zu deinem HA getraut - denn wenn er dich 30 Jahre kennt sollte dies wohl hoffentlich garkein Problem sein !!
Gegenseitiges Vertrauen dürfte da wohl vorhanden sein ?
Lese bei Dir und Haddeline schon mal leise mit ... ihr seid sehr aktiv ;))
Scheinst auch eine sehr nette SL zu haben - das Problem kenne ich leider auch ..
für welche Reha Einrichtung hast du dich nun entschieden ? Bad Bocklet fand ich auch gut - ist aber zu weit weg und außerdem habe ich nun mein " Dispositionsrecht " verloren ! Während ich einen Anttrag auf Reha stellte - kam die Aufforderung von S. der KK und somit kann man nichts mehr " wählen nach Wunschklinik ". Ist ein normales Procedere der KK und hat mich recht verärgert !
LG von Wolf und ich hoffe du hattest einen " guten " Termin heute .

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Re: Herzstolpern/Angst - immer unter Anspannung

Ungelesener Beitrag von Mayke1 » Mo 26. Nov 2018, 14:58

Hallo Wolf,
jaaa, ich hab mich getraut. Und ich bin mit meinem Anliegen auch genau dahin gekommen, wo ich hinwollte. Morgen kann ich ein frisch geschriebenes EKG mit zum Kardiologen nehmen.
Auch bei meiner Schulleiterin habe ich mich heute durchgesetzt. Ich solle gefälligst Arbeitsmaterial beschaffen für die mobile Reserve, die diese Woche in meiner Klasse Dienst tut. Meine Reaktion war ein bisschen scharf, dennoch blieb es bei meinem Nein.
Bei mir hat nicht die Schule die Burnoutsymptome auf den Plan gerufen sondern die Unvereinbarkeit von chronischer Krankheit und Arbeit bzw. und Alltag.
Der Antrag auf Reha ist noch nicht gestellt. Ich bräuchte eine Klinik, die mich sowohl psychisch aufbaut als auch körperlich wieder fit macht. Und ganz ehrlich, ich wäre so gern mit meinem Mann in einer entsprechenden Einrichtung. Er macht mit mir allerhand mit, ist selber gesundheitlich angeschlagen und bräuchte seine Auszeit ebenso dringend wie ich. Dein "Dispositionsrecht" hat bei mir erhöhte Wachsamkeit ausgelöst. Danke, dass du es angesprochen hast! Auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen, dass es diesbezüglich schwierig werden könnte.
Morgen gehe ich endlich zum Facharzt. Für mich ein Riesenschritt! Danach werde ich wahrscheinlich total stolz auf mich sein, ihn gegangen zu sein.
Ich werde weiter berichten. Meistens bin ich im Bereich Tagebuch unterwegs.
LG von Mayke

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