Verlängerung der Psychotherapie - Probleme mit Therapeutin

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Birne71
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Verlängerung der Psychotherapie - Probleme mit Therapeutin

Ungelesener Beitrag von Birne71 » Do 17. Mai 2018, 09:28

Hallo zusammen!

Mich lässt etwas im Moment nicht los und ich würde gerne Eure Einschätzung dazu wissen. Vielleicht hat jemand von Euch ähnliche Erfahrungen gemacht.

Seit mehr als einem Jahr befinde ich mich in Therapie - meine Therapiestunden sind nach einer ersten Verlängerung bereits fast aufgebraucht (ich glaube derzeit habe ich nun noch ca. 4 Stunden).

Vor einiger Zeit hatte mich mit meiner Therapeutin bzgl. einer Verlängerung gesprochen und ihr auch gesagt, dass mir die Therapie gut tut.

An dieser Stelle sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich mich ihr gegenüber bzgl. meiner ganzen Probleme geöffnet habe und sie somit sehr gut im Bilde ist. Ein solches Verhältnis hatte ich noch zu keiner Therapeutin und dachte eigentlich, dass ich bei ihr in guten Händen bin und sie mich auch versteht - jedenfalls hat sie mir immer und imemr weider diesen Eindruck vermittelt.

Zurück zum Thema:

Bzgl. der Verlängerung sah sie durchaus Potential und Möglichkeiten, so dass ich diesbzgl. erstmal beruhigt war und davon ausging, dass sofern die Krankenkasse mitspielen würde, die Therapie auch weitergeht.

Seit ca. 4 Monaten wird mein Zustand hinsichtlich der Depression / des Burnouts immer schlimmer und vor gut drei Wochen kam es dann zum Showdown. In ihrer Praxis hatte ich dann eine Art Nervenzusammenbruch - es ging nichts mehr und ja, ich war suizid gefährdet.

Sie empfahl mir das Gespräch mit einem Psychiater, wo ich dann auch vor zwei Wochen war. Meine Therapeutin stellte es sich so vor, dass dieser Psychiater mich krankschreibt, so dass ich dieses jahr nicht mehr arbeiten gehen werde und eine Reha beantragt.

Vor der Krankschreibung habe ich eine Menge Respekt, denn ich habe Angst, dass ich diese Zeit nicht sinnvoll nutzen kann und irgendwann muss ich ja auch an meinen Arbeitsplatz zurückkehren. Mit dem Druck gehe ich etwas ambivalent um. Ich versinke in Arbeit und das Verhältnis zu mehreren neuen Kollegen ist auch nicht das Beste, aber sobald ich das Gefühl habe man lässt mich in Ruhe, dann ist das gleich bei mir mit einem positiven Gefühl verbunden und an eine Auszeit meinerseits nicht zu denken.

Der Psychiater empfahl mir nun also auch die Beantragung einer Reha / ersatzweise den Aufenthalt in einer Tagesklinik. Das habe ich nun auch erstmal in Angriff genommen. Natürlich lässt sich diese Maßnahme nicht von heut auf morgen umsetzen und ich muss die Zeit irgendwie überbrücken.

Letzte Woche war ich dann bei meiner Therapeutin um sie über den aktuellen Stand zu informieren - was dann kam habe ich noch nie so erlebt und ich dachte wirklich ich sei im falschen Film.

Sie hat mich nur angegriffen. Plötzlich war von einer Therapieverlängerung keine Rede mehr. Sie warf mir Abhängigkeit zu ihr vor. Ich selbst würde nichts für mich tun, würde mich nur einigeln. Ratschläge würde ich nicht annehmen und stattdessen weiter ins Büro traben. Dann kamen noch ganz persönliche Anfeindungen, so von wegen, dass ich rhetorisch nichts hinbekommen würde und zu guter letzt fragte sie mich, wann ich den nächsten Termin hätte und als ich ihr dann sagte, dass dieser in einer Woche sei, antwortete sie fast wortwörtlich: "Dann schon wieder." Wir machten dann noch einen weiteren Termin aus, den sie mir demonstrativ für in 4 Wochen gab (normale Abstände eigentlich alle zwei Wochen, wobei in der letzten Zeit aufgrund der wirklich schlimmen Situation, einmal wöchtenlich). Sie selbst sagt, dass das keine Therapie mehr wäre sondern eher ein Krisengespräch.

Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen, habe aber mittendrin aufgehört und gesagt, dass ich den Sinn nicht darin sehe, dass ich mich jetzt rechtfertige, da ja die Therapie dann eh bald vorbei ist. Daraufhin sagte sie sofort, dass solange die Krankenkasse mitspielen würde, sie auch die Therapie entsprechend fortsetzen würde. Ja was denn nun?

Ich habe ihre Praxis verlassen und musste das erstmal sacken lassen. Eigentlich hätte ich morgen eine Therapiestunde bei ihr, aber ich habe morgen einen wichtigen Termin, der sich nicht verschieben lässt, so dass ich den morgigen Termin auf nächste Woche Freitag verlegen musste.

Entweder hat sie in dem vergangenen Jahr absolut gut geschauspielert oder ich habe Signale einfach nicht verstanden, aber sie war auch noch nie so deutlich geworden wie in der letzten Therapiestunde.

Ein weiteres Problem ist, dass es mir jetzt wirklich gar nicht gut geht (absolute Probleme im Job, jetzt auch Probleme mit der Therapeutin) und das Therapieende naht.

Sollte die Krankenkasse einer weiteren Verlängerung nicht zustimmen, weiß ich ehrlich nicht wie es weitergeht.

Mein Job bedeutet mir sehr viel, weil er mich finanziell absichert.

Meine Therapeutin hat mir in den letzten Monaten immer und immer wieder gesagt, dass sie es für sinnvoll halten würde, dass ich den Arbeitgeber wechsel - und ja, ich habe auch Bewerbungen geschrieben, allerdings hat es auch hier noch nicht zum Erfolg geführt. Die Frage ist aber auch, ob ich einen absolut sicheren Job (bin bei einer städtischen Behörde angestellt) aufgeben muss um Ruhe zu bekommen. Ist es da nicht besser erstmal an sich selbst zu arbeiten (Aufbau von Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein (beides ist bei mir so gut wie gar nicht vorhanden).

Nennt man das nun eine provokative Therapiestunde? Oder was ist das für ein Dilemma in dem ich stecke? Habt ihr bereits ähnliches erlebt und wie seid ihr damit umgegegangen?

Was kann ich persönlich noch unternehmen?

Danke für Eure Tipps und Ratschläge!

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ZeroOne
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Re: Verlängerung der Psychotherapie - Probleme mit Therapeutin

Ungelesener Beitrag von ZeroOne » Di 5. Jun 2018, 18:12

Hallo Birne71,

ob deine Therapeutin einen guten oder schlechten Job macht, wird hier kein Außenstehender beantworten können.

Für dich - so denke ich - ist wichtig zu beurteilen, ob dich die bisherige Therapie bei ihr weitergebracht hat und ob du dir vorstellen kannst, dass eure weitere Zusammenarbeit für dich Früchte tragen kann. Klar, es ist auf der einen Seite wichtig, sich dem Therapeuten ggü. öffnen und gut auskommen zu können, aber noch wichtiger ist, dass die gemeinsame Arbeit Fortschritte für dich bringt.

Ich denke, es ist gut, dass du dich um eine Tagesklinik bemühst! Wenn es eine kompetente Klinik ist, kann man dort in einem überschaubaren zeitlichen Rahmen einiges für dich tun. Die helfen dir auch i.d.R. für die Zeit danach weiter und bereiten dich darauf vor. Auch hast du dort den direkten Austausch mit anderen Patienten, was auch sehr wertvoll sein kann.

Bevor du deinen sicheren Job aufgibst, solltest du dir auf jeden Fall noch weitere Expertenmeinungen einholen, denn häufig sind die Probleme damit nicht gelöst.

LG
ZeroOne

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Re: Verlängerung der Psychotherapie - Probleme mit Therapeutin

Ungelesener Beitrag von Jusmir8 » Mi 12. Dez 2018, 13:39

Schon die Verlängerung bekommen?

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