Wie ein Vorstellungsgespräch?!

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ZeroOne
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Wie ein Vorstellungsgespräch?!

Ungelesener Beitrag von ZeroOne » So 26. Aug 2018, 15:01

Hi!

Objektiv betrachtet, war mir am Anfang schon immer wichtig, dass es fachlich und menschlich zwischen mir und dem Therapeuten passt, bevor die Therapie angefangen wird.

Subjektiv kam ich mir oft vor, wie ein Kandidat bei einem Vorstellungsgespräch, der einen gnädigen Arbeitgeber von seinen Qualitäten überzeugen muss, um eine Stelle zu bekommen.

Nicht nur einmal hat mir ein Therapeut nach der ewigen Wartezeit auf ein Erstgespräch gesagt, dass er mich nicht annimmt, da nicht seine Kernkompetenz, menschliche Umstimmigkeiten, etc.

Einmal habe ich mir erlaubt, einem Therapeuten nach dem Erstgespräch zu sagen, dass ich mit seiner Art nicht klarkomme und mir eine Therapie bei ihm nicht vorstellen kann.
Der ist explodiert! Was ich mir erlauben würde... das hätte sich noch kein Patient erlaubt, etc... Da hat der Kerl innerhalb weniger Sekunden mit seinem Wutausbruch seine ganze fachliche und soziale Inkompetenz offenbart!

Gut, am Ende bin ich immer zu einer Therapie gekommen. Viel Zeit und Mühe hätte ich mir aber sparen können.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

LG
ZeroOne

jedi
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Re: Wie ein Vorstellungsgespräch?!

Ungelesener Beitrag von jedi » So 26. Aug 2018, 17:36

Hallo ZeroOne !
ZeroOne hat geschrieben:
So 26. Aug 2018, 15:01
dass es fachlich und menschlich zwischen mir und dem Therapeuten passt
möchte dir dazu meine ganz persönlche meinung u. erfahrung dazu schreiben.
meine persönliche meinung u. auch die fachlichen meinungen von psychotherapeuten ist diese, dass am allerwichtigsten die chemie zwischen klient u. therapeut stimmen muss.
wichtig deshalb, weil es sehr intime themen geben kann u. das dazu ein gutes vertrauenverhältnis die grundvorrausetzung ist.
so steht in der beziehung TP u. klient ein vertrauensvoller umgang an erster stelle.
kommt dies nicht zustande, dann kann der TP noch so fachlich gut sein, aber der wahre kern, weshalb sich der klient in therapie begibt, wird u. kann niemals wirklich berührt u. herausgearbeitet werden.

es ist oft gar nicht unüblich, dass eine mögliche therapie-begleitung, bereits schon in den ersten kennenlern-gesprächen, auch schon wieder beendet wird.
natürlich sollte der klient davon ausgehen können, dass der TP fachlich gut geschult u. über ausreichend erfahrung besitzt.
welche therapieform, welchen schwerpunkt der TP anbieten kann, hängt davon ab, mit welch einem psychischen leiden der klient in die therapie kommt.
diese klärung, sollte meiner erfahrung nach, ganz am anfang, bereits im ersten gespräch geklärt werden.
da muss der klient natürlich darauf vertrauen, dass der TP erkennt, welche therapieform hier die beste ist u. dies mit seinem klienten besprechen.
so können beide seiten für sich wahrnehmen , der klient, passt eine solche therapiebegleitung zu mir u. der TP kann für sich erkennen, ob er mit seiner empfohlenden therapieform, dem klient wirklich helfen kann.
ZeroOne hat geschrieben:
So 26. Aug 2018, 15:01
da nicht seine Kernkompetenz, menschliche Umstimmigkeiten, etc.
natürlich ist es für einen hilfesuchenden keine gute aussage, doch besser, dies wird am anfang gleich klar, als wenn man zwar in therapie ist, die einem keine besserung verschafft.
ZeroOne hat geschrieben:
So 26. Aug 2018, 15:01
Einmal habe ich mir erlaubt, einem Therapeuten nach dem Erstgespräch zu sagen, dass ich mit seiner Art nicht klarkomme und mir eine Therapie bei ihm nicht vorstellen kann.
das war doch richtig u. auch ehrlich von dir.
ZeroOne hat geschrieben:
So 26. Aug 2018, 15:01
Der ist explodiert!
nun, auch in der welt der psychiater, psychologen u. psychotherapeuten menschelt es.
wer weiß, welchen nerv, welche bestimmte wunde du bei ihm da berührt hast ?
ich weiß aus eigener erfahrung, dass man oft einem therapeuten mit anderen erwartungen begegnet, aber ich glaube, dass sie oft nicht realitisch sind.

leider passiert es nicht selten, dass es keine klarheit gibt, zwischen klient u. TP u. so arbeiten sich beide an einem thema ab, wo die therapeutische begleitung , voll ins leere läuft.
dies ist oftmals dem geschuldet, dass es heute schwer ist überhaupt einen TP zu finden u. so verbleiben klienten bei einem TP u. nach vielen vielen sitzungen, hat der klient das gefühl, dass er hier keinen schritt ach vorne macht.

auch könnte man über das verhalten von klienten etwas schreiben, wie sie sich auch allen therapeutischen bemühungen verweigern, wäre aber ein neues thema.

wollte dir zu deinem, oft schwierigen thema, einmal meine meinung u. erfahrung wiedergeben.

LG jedi

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Re: Wie ein Vorstellungsgespräch?!

Ungelesener Beitrag von ZeroOne » Mo 27. Aug 2018, 14:28

Hi jedi!
jedi hat geschrieben:
So 26. Aug 2018, 17:36
wollte dir zu deinem, oft schwierigen thema, einmal meine meinung u. erfahrung wiedergeben
Danke!

Stark sie ist - in dir - die Macht - mein junger Padawan! :D

LG
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Re: Wie ein Vorstellungsgespräch?!

Ungelesener Beitrag von jedi » Mo 27. Aug 2018, 17:51

Hallo ZeroOne !
ZeroOne hat geschrieben:
Mo 27. Aug 2018, 14:28
Stark sie ist - in dir - die Macht - mein junger Padawan! :D
*daumenhoch* *kringel*

LG jedi

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Re: Wie ein Vorstellungsgespräch?!

Ungelesener Beitrag von hokla » Mo 27. Aug 2018, 19:59

Also, dass ich von einem Thera abgelehnt worden bin oder ich ihn abgelehnt habe, hatte ich nicht.
Was ich aber durchaus hatte ist, dass mich ab einem Punkt ein Thera nicht mehr weiter gebracht hat. Da war dann ein Wechsel nötig, wobei sich da die "Ausrichtung" des neuen Theras gegen über der des alten geändert hat.

Mich hat sozusagen ein Thera zu dem Punkt gebracht an dem ich mit einem anderen Thera was anfangen konnte und er mit mir.
Auf der Lichtung der Gelassenheit genieße ich die Ruhe, mit der ich voll Vertrauen in mich selbst neugierig und aufrecht durch die Welt gehe.
hokla 1,1 :D

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Re: Wie ein Vorstellungsgespräch?!

Ungelesener Beitrag von Blume71 » Mi 29. Aug 2018, 20:33

Hallo ZeroOne,

auch ich kenne beide Varianten.

Vor langer Zeit hatte ich ein Erstgespräch bei einer Therapeutin. Sie hörte mir zu, stellte Fragen und war in ihren Antworten aber eher provokant. Sie bestellte mich dann zum 2. Gespräch und ich ging hin - zwar etwas unsicher, aber ich ging trotzdem hin. Dort blaffte sie mich dann an, kaum, dass ich auf dem Stuhl saß, ob ich nicht begriffen hätte, dass sie nicht mit mir arbeiten wolle....
Völlig geschockt habe ich damals das Behandlungszimmer verlassen.
Eine gute Freundin von mir hat mit der gleichen Therapeutin eine völlig andere Erfahrung gemacht, sie war lange Zeit bei dieser besagten Therapeutin in Behandlung.

In einem anderen Fall habe ich einer Therapeutin kurz vor Beantragung einer Therapie gesagt, dass ich lieber Abstand davon nehmen möchte und sie fand es völlig in Ordnung.

Bei der schwierigen Suche nach einer Therapeutin hatte ich einmal ein Gespräch mit einer Dame, die war wirklich extrem engagiert und bemüht und hat bei fast jedem 2. Satz gesagt: "Ich verstehe Sie...."
Als es dann darum ging, ob ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen könne, gestand sie mir am Ende des Gesprächs, dass sie keine Kassenzulassung habe und ich alles selbst zahlen müsse. Das konnte ich mir aber leider nicht leisten.....

Es ist schon schwierig den Therapeuten zu finden, der zu einem passt und einen ein Stück seines Weges begleitet.....

Viele Grüße
Blume
Lass es doch einfach mal laufen.....das Leben!

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