Versteht Euer Partner Euch?

... in Bezug auf den Umgang mit Angehörigen, Freunden und Kollegen ...
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SteffenG
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Re: Versteht Euer Partner Euch?

Ungelesener Beitrag von SteffenG » Mo 21. Mär 2016, 09:38

Es macht immer Sinn, vorallem wegen der Kinder.
Bedenkt beide den Schaden, den ihr bei den Kindern anrichten könnt. Das sollte sich deine Partnerin auch zu Herzen nehmen. Außerdem könnt ihr euch gegenseitig Halt und Stütze sein, vorallem während der TH.
Aber dazu muss auch beiderseits ein Wille bestehen. Mit gutem Willen lässt sich (fast) alles reparieren. Eine Beziehung gerade in eurer Situation wegzuwerfen geht schnell, bringt euch aber auch nicht weiter.
Werft die Flinte nicht zu schnell ins Korn, sondern kämpft und versucht es immer wieder.
Wenn ihr jedoch wirklich keine Möglichkeit für euch seht, ist es besser eine schnelle Trennung zu vollziehen. So könnt ihr den emotionalen Stress für euch und die Kinder begrenzen.
Das sollte aber wirklich nur der allerletzte Ausweg sein.

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skellert
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Re: Versteht Euer Partner Euch?

Ungelesener Beitrag von skellert » Mo 21. Mär 2016, 09:51

Ja,ich versuche es auch permanent...aber beiderseitig klappt das immer weniger...ich denke oft,reis dich zusammen,auch wegen der kinder...man schmeißt nicht einfach alles so schnell weg.der kampf geht auch schon lange...aber das raubt mir auch kraft... Kraft die ich anderweitig brauchen kann...irgendwie funktioniert man nur noch und selbst das mehr schlecht als recht...

luxe77
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Re: Versteht Euer Partner Euch?

Ungelesener Beitrag von luxe77 » So 20. Aug 2017, 23:59

Hallo Skellert, ich habe auch Probleme mit meiner Partnerin und denke mittlerweile das Sue mich einfach nicht ernst nimmt und glaubt ich bin nur mit meiner Firma überfordert, aber das macht vielleicht 30% der Situation aus.
Ich habe dazu auch einen Beitrag geschrieben.
Gruß

müdemaus
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Re: Versteht Euer Partner Euch?

Ungelesener Beitrag von müdemaus » Mo 21. Aug 2017, 01:21

Hallo zusammen,

ich selbst habe zwar (noch) keine Diagnose bekommen, aber erste Gespräche mit Ärzten gehen schon in die Richtung. Zumindest sprach der Klinikarzt nachdem ich von meinen Problemen erzählt habe von "Überforderungssituation", "Erschöpfungszuständen" und "ausgebrannt sein". Meine Hausärztin hat mich für mein Empfinden nicht so wirklich ernst genommen und konnte oder wollte mir nicht helfen :(

Mit meinem Freund kann ich eher schlecht darüber sprechen, ich habe Angst, dass er mich nicht versteht oder dass ich damit unserer Beziehung noch mehr schade als "nur" mit meinem Verhalten. Generell versuche ich nach außen immer die Starke zu spielen, funktioniere sowohl für meine Familie als auch auf der Arbeit. Abgesehen von meinem Partner und meinen beiden besten Freunden scheint momentan niemand eine Ahnung zu haben, dass es mir so schlecht geht. Wie gesagt, nach außen funktioniere ich, aber wenn ich nach Hause komme, dann bricht häufig alles über mir zusammen; entweder sitze ich völlig abwesend rum oder ich breche stundenlang in Tränen aus. In letzter Zeit passiert das leider immer häufiger, sodass ich meinen Zustand vor meinem Partner nicht mehr verbergen konnte. Er reagiert zwar einerseits ganz lieb, nimmt mich in den Arm und möchte mir helfen, aber andererseits glaube ich, dass er nicht wirklich versteht wie ich mich fühle. Er spricht immer davon, mit mir zwei Wochen weg zu fahren, damit wir beide einfach mal runter kommen können. Ich glaube die ganze Situation ist für ihn auch sehr schwer. Er hat selbst viel zu tun, arbeitet und schreibt an seiner Bachelorarbeit, und dann sieht er mich und weiß nicht was er tun soll.

Manchmal wünsche ich mir, dass ich für ihn weiter funktionieren kann und rede mir ein, dass es besser wird, sobald der ganze Druck mit seiner Bachelorarbeit und auch mit meinem Studium einfach mal durchgestanden ist. Gleichzeitig spüre ich aber auch, dass ich nicht die mindestens sechs Monate, die ich noch für mein Studium brauche, durchhalten kann. Ich glaube tatsächlich das Beste ist (zumindest für uns beide) neben ärztlicher und/oder therapeutischer Unterstützung, wenn wir ehrlich miteinander über unsere Gefühle sprechen können und uns gegenseitig so viel Zeit geben wie wir brauchen, auch wenn das bedeutet, dass der Haushalt liegen bleibt. Aber da bin ich mittlerweile recht entspannt; ganz ehrlich: Wer sich an Chaos oder Staub stört, der darf dann halt einfach nicht zu uns kommen ;) Uns stört es zwar prinzipiell schon, aber wir setzen eben unsere Prioritäten.

Viele Grüße
müdemaus

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Re: Versteht Euer Partner Euch?

Ungelesener Beitrag von skellert » So 22. Okt 2017, 19:30

Ja,irgendwie ist es alles andere nur nicht einfach.zumal in meinem fall meine frau selbst ein borderliner ist.das macht es noch komplexer.ich miss aber sagen,sie hat sich wirklich sehr bemüht und ich sah es nicht immer gleich.aber irgendwann ging es auch bei ihr nicht mehr.jetzt ist es so,das sie die reißeine gezogen hat und die trennung wollte.wir leben zwar noch in der gemeinsamen Wohnung,überstürzen auch nix,wegen ausziehen,wer bleibt,wer geht.sie hat zwar halbwegs einen neuen , aber vielleicht lasst sich ja doch was retten,zumal es demnächst mit meiner psychologischen Betreuung etc richtig losgehen soll.die trennung hat mich noch tiefer in die sch....gezogen... Irgendwie ist es schier ausweglos... Schließlich haben wir auch 3 kids , von der jüngste unser gemeinsamer ist.

mwa66
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Re: Versteht Euer Partner Euch?

Ungelesener Beitrag von mwa66 » Sa 24. Mär 2018, 10:42

Hallo,
ich glaube richtig verstehen kann es der Partner nie. Ich verstehe es glaube ich ja selbst nicht richtig.
Eine Hilfe war es, daß wir einmal zusammen zur Therapeutin gegangen sind und sie es versuchte zu erklären.

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Mayke1
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Re: Versteht Euer Partner Euch?

Ungelesener Beitrag von Mayke1 » Mi 5. Dez 2018, 13:17

Ich möchte hier gern weiterschreiben.
Mein Mann kennt meine seelischen Berg-und Talfahrten sehr gut, aber er geht darüber hinweg, wenn ich mitten in einer schwierigen Phase bin. Es ist keine Ablehnung seinerseits. Sicherlich hätte er sich eine gesunde, stabile Partnerin gewünscht. Ich weiß, er macht sich Sorgen. Er lenkt sich ab, indem er sich in Haus und Garten zu schaffen macht. Er versteht mich im Grunde genommen schon, doch mein Befinden ist für ihn befremdlich und vielleicht auch beängstigend. So ganz mag er sich mit meinem Zustand nicht befassen.
Seit ich nicht mehr arbeiten kann, fühle ich mich ziemlich unnütz in so vielen Dingen. Ich bin kaum fähig, mich nützlich zu machen bzw. unseren Tagesablauf im Gleichgewicht zu halten. Je mehr er mir den Rücken freihält, desto mehr geht dies zu Lasten meines Mannes. Das tut mir total leid! Deshalb versuche ich, in weniger problematischen Stunden fröhlich und aufgeschlossen, aktiv und beweglich zu sein, um ein Stück Normalität in unser Leben zu bringen. Ich merke, wie entspannt auch er wird, wenn z.B. ein gemeinsamer Stadtbummel, ein Besuch in der Pizzeria, ein Fernsehabend, ein Stück Hausarbeit usw. gut verläuft. Er freut sich, wenn ich aus eigenem Antrieb etwas anpacke.
Umgekehrt als in der Frage hier bin ich immer am Nachforschen, ob ich meinen Mann auch genügend verstehe! Wie geht es ihm wirklich, wenn ich wieder einmal einen meiner chronischen Anfälle bekomme, die dann obendrein mit einem seelischen Tief einhergehen? Was geht in ihm vor, wenn er sich hinter irgendeiner Arbeit versteckt? Bleibt er nur notgedrungen bei mir oder wäre er gern weit weit weg? Man vergisst im eigenen Leid die Mitbetroffenheit des Partners so schnell. Mein schlechtes Gewissen regt sich deutlich, wenn ich mir hier laufend was Gutes tue, mich selber im Blickfeld behalte und mein Mann arbeitet dafür für zwei. Bisher habe ich versucht, ihn bei den Dingen, die mir gut tun, mit einzubeziehen. Dann kommt sowas wie lass mal, du bist doch diejenige, die krank ist und Fürsorge braucht. Kümmere du dich nur um dich. Das klingt wohlwollend und sehr liebevoll. Doch wie sieht es in seinem Inneren aus? Klar, ich kann nachfragen und habe das auch gemacht. Und was war? Geflüchtet ist mein Mann, irgendwohin in die Garage, um dort etwas Unaufschiebbares zu tun.
Mein Mann sieht in meiner bisherigen Arbeit etwas, das mich krank werden ließ. So hat er eine Zielscheibe, die er mit seiner Wut auf die Situation treffen kann.

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