Eine Ehe-Burnout ?

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Sommereis
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Eine Ehe-Burnout ?

Ungelesener Beitrag von Sommereis » Di 23. Okt 2018, 06:05

Ich bin seit mehr als 20 Jahren mit meinem Partner zusammen. Wir haben uns kennengelernt, als er selbstständig war ( und ist) und ich ebenso. Wir haben zusammen die schönsten Dinge erlebt, organisiert und fast „ Wunder“ erlebt.
Durch Verlust eines großen Klienten fiel mein Mann in eine starke Krise. Ich versuchte ihn immer wieder zu motivieren, aufzubauen und zu helfen. Leider habe ich dabei wahrscheinlich nicht die passende Art gefunden, denn ich konnte ihm nicht helfen.Er verkroch sich immer mehr in die Weltnachrichten im Computer und schob immer mehr seine Arbeit.
In diesen Zeitraum fiel der Umstand, dass ich gebeten wurde von einem befreundeten Asperger Autisten ihn bei seiner Krankheit ALS zu helfen. Dies zehrte wiederum an meinen Kräften. Ich würde behaupten, es ging auch über meine Kräfte, da er keinerlei Pflegedienste akzeptierte, sondern nur ihm lange bekannte Personen. Er verstarb vor 1 Jahr.
Ich verdiente in dieser Zeit immer weniger Geld. Aber meine Vorstellung war immer, dass man alles schaffen kann. Unsere Wohnung begann ich zu vernachlässigen, mein Mann machte schon seit langer Zeit nichts mehr. Der emotionale Zustand bei uns beiden verschlechterte sich immer mehr.Ich kam an ihn nicht mehr heran, bestimmte Dinge in einer Ehe passierten nicht mehr...
Unterdessen ist seine Mutter etwas älter und er hilft eigentlich am meisten mit Einkauf usw. , ich kann es nur sporadisch, sie ist über 83 Jahre.
Außerdem ist er der Leiter einer Sportvereinigung, die er seitdem er 9 Jahre ist kennt, da er selbst aktiver Sportler war. Jetzt ist das Meiste organisatorisch, was sicher mehr Aufwand ist, als es Freude bringt.
Finanzielle Schwierigkeiten kamen jetzt dazu.
In diesem Jahr hatte ich einen Auffahrunfall mit einem 40 Tonner, wobei außer Rippenprellung und Panikattacken weiter nichts passierte. Eine 3 Tage später schon lange vereinbarte Operation konnte stattfinden, indem ich mich aus dem Untersuchungskrankenhaus selbst entließ und auf meinen Körper hörte.

Ich habe mit Hilfe eines neuen Freundes die „ Reißleine“ gezogen und bin erst einmal ausgezogen. Außerdem habe ich mich arbeitslos gemeldet.
Gleichzeitig wünsche ich mir immer wieder, nicht mehr existent zu sein, dann existiert ein Problem weniger.Er, mein Mann wäre frei.
Aber ich liebe ihn immer noch.

Mir kommen bis heute ungeplant die Tränen, ich bin fast jede Nacht wach. Meine Konzentration ist sehr gering.

1. Kann man ein Burnout selbst mit übernehmen? Ich bin zusätzlich in den letzten Jahren auch arbeitsmäßig viel unterwegs gewesen. (wie ich das hinbekommen habe, weiß ich nicht mehr)

2. Gleichzeitig komme ich mir wie eine Verräterin vor... , mein Mann sucht/ will keine medizinische Unterstützung.
Er ist fast 7 Tage in der Woche irgendwie im Büro...
3. Wie soll ein Selbständiger diese ganze Situation überstehen bzw. meistern? Es hängt fast alles an seiner Person bei seinen Klienten. Ich kann da nicht helfen, da dieses Sachgebiet für mich einfach nicht machbar ist.
4. Ich möchte ihm gern helfen, aber habe das Gefühl, dass wir zusammen es nicht hinbekommen. Es ist von beiden Seiten eine riesengroße Traurigkeit, die uns lähmt.
Wie kann ich ihm helfen?
5. Sein über 30 Jahre alter Sohn ist erst immer wieder temporär eingezogen in unsere Wohnung, um ihn arbeitsmäßig zu unterstützen und Geld zu verdienen, ist aber auch nicht so fleißig, da er auf vielen Hochzeiten tanzt und sehr viel mehr auf seinen Vorteil bedacht.
6. Für mich selbst ist im Augenblick das Gefühl, nichts mehr zu können.

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