Eigene Therapie

... in Bezug auf den Umgang mit BurnOut-Betroffenen, deren Gefühlswelt oder sonstige Themen ...
Asaroj
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Eigene Therapie

Ungelesener Beitrag von Asaroj » Sa 30. Jun 2018, 20:45

Hat jemand von euch selbst eine Therapie gemacht, um den Burnout des Partners zu verkraften.
Ich leide sehr an der Emotionslosigkeit, an dem Rückzug, ...
Ständig habe ich Angst etwas falsch zu machen.
Durchgehend Angst, dass er anruft und sagt er verlässt uns.

Mein wundervoller Mann fehlt mir so sehr.
Ich leide.
Aufgeben ist für mich keine Option. Wir haben 4 Kinder für die ich mitkämpfe.

Thebe
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Re: Eigene Therapie

Ungelesener Beitrag von Thebe » So 1. Jul 2018, 09:57

Hallo Asaroj,

Du bist als Partner eines BO`lers ja in gewisser Weise Co-abhängig.
Das kann auch stark belasten und dich krank machen.

Eine begleitende Therapie für dich kann ja nicht falsch sein.
Du brauchst für dich auch Hilfe, einen Weg für dich und deine Kinder.
Jemand der dir einfach zuhört. Warum nicht?

Liebe Grüße
Thebe

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Leben
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Re: Eigene Therapie

Ungelesener Beitrag von Leben » So 1. Jul 2018, 13:23

Liebe Asaroj,

ich finde es sehr gut, dass du darüber nachdenkst, für dich als Angehörige Hilfe zu holen. Mein damaliger Partner hatte kein Verständnis für meinen Rückzug und Emotionslosigkeit und ich nicht die Kraft, mich zu erklären, und konnte ja selber mit der Situation kaum umgehen.

Du entlastet ihn, wenn du dir selber Therapiemöglichkeit suchst, und du entlastest vorallem auch dich selber, denn es wird dich Kraft kosten, ihn zu begleiten, die du eigentlich für dich und deine Kinder brauchst!

Finde es sehr mutig und stark von dir, darüber nachzudenken und ihm so zur Seite zu stehen!

Liebe Grüße
Leben
2018: zufrieden sein, leben, endlich ist es geschafft!

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Re: Eigene Therapie

Ungelesener Beitrag von Blume71 » So 1. Jul 2018, 15:14

Hallo,

ein sehr guter Gedanke.

Eine Therapie kann immer eine Option sein,
um Unterstützung zu bekommen,
bei einer neutralen Person sich auszusprechen, gemeinsam Lösungswege zu finden und
andere Blickwinkel zu erhalten.

Finde ich toll, dass Du es überlegst.
Probiere es doch einfach aus und schau, wie es sich für Dich anfühlt!

Alles Gute!
Lass es doch einfach mal laufen.....das Leben!

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Re: Eigene Therapie

Ungelesener Beitrag von DieAngehörige » Mo 2. Jul 2018, 16:09

Hallo,
ich war bei einem Angehörigentherapeuten.
Heute 2,5 Jahre später, kann ich sagen, ich habe ihn trotzdem damals nicht verstanden. So ehrlich muss ich heute zu mir sein.
Den Blick und die Erkenntnis wirklich etwas anders zu sehen, zu fühlen, ist ein Prozess, der auch beim Angehörigen seine Zeit braucht. Kein Mensch denkt und sieht von einem Tag auf den anderen anders. Außerdem ist beim Angehörigen immer das Ego betroffen, ich will ja die Beziehung retten. So eine dunkle Zeit in einer Beziehung kann sehr heilend sein und zusammen schweißen, wenn man es als Chance sieht, auch sein eigenes Leben mal näher zu betrachten. Depression, Burnout, Co-Abhängig als Angehöriger sind lauter Anzeichen etwas zu verändern im Leben. Beide dürft ihr "offen" sein für Veränderungen, sonst dreht sich der Kreis und man kommt immer wieder am selben Punkt an.

Du machst dir Gedanken, dir selbst Hilfe zu holen. Das finde ich sehr schön und gut. Mach es auch. Probiers einfach, du hast nichts zu verlieren. Wir Angehörigen vergessen in dem ganzen Trubel gern auf uns selbst, geschieht total unbewusst, einfach aus der Tatsache heraus, der Mann ist ja krank, ich muss jetzt stark sein.
Jedoch ist es in dieser Situation absolut nicht egoistisch, wenn du Dinge für dich tust. Dinge die dich abschalten lassen, Dinge die dir gut tun, Dinge die dich für einen Moment vergessen lassen. Dinge die dich für den Moment zum Lachen bringen. Du darfst, ist ganz wichtig. Denn aus dem schöpfst du Kraft, die du ohnehin brauchst. Das Wichtigste dabei ist, dass du es fühlst, wie es dir gut tut. Nimm dir die Zeit und fühl in dich rein und frag dich, tut mir das gut. Wenn du ein gutes Gefühl dazu hast, ist es richtig. Kopf dabei ausschalten. Und an das kannst du dich wieder erinnern, wenn es wieder einmal stark wird, und dann genau das wieder machen, etwas was dir gut tut.

Es gibt auch Therapeuten, die alle paar Sitzungen den Partner in eine Stunde mit einbeziehen.
Du darfst alles tun, was dir gut tut. Wenn es dir gut geht, geht es auch deiner Familie gut.
Probiers einfach aus, danach kannst du immer sagen ob es gut war oder nicht.

Fühl dich gedrückt und ganz viel Kraft.

Liebe Grüße
DieExAngehörige
Es ist egal ob es Sinn hat, wenn es Sinn macht

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