Ratlos

... in Bezug auf den Umgang mit BurnOut-Betroffenen, deren Gefühlswelt oder sonstige Themen ...
Minchen1
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Ratlos

Ungelesener Beitrag von Minchen1 » So 15. Apr 2018, 12:31

Hallo zusammen!

Ich habe mich hier angemeldet weil ich Rat und Hilfe suche.
Zur Geschichte: Ich bin Mitte 40. Mein Partner leidet unter BO. Seit vermutlich 3 Jahren.
Alles fing damit an, dass sein damaliger Chef (er ist Maler) aufhören wollte. Er hatte ihm angeboten, die Firma zu übernehmen. Dazu hat er sich auch entschieden und die Firma übernommen. Duschraum vor 5 Jahren. Seitdem hat er sich schleichend verändert. Es wäre jetzt zu viel, alles genau hiervwiederzugeben.Aber rvzeigtebimmer mehr Stresssymptome ( Haarausfall war das erste). Ständig hatte er irgendwann irgendwelche Zipperlein. Irgendwann fing er an immer gereizter zu sein, Aggressivität kam hinzu und Ausbrüche vollkommen unberechenbar aus dem Nichts heraus.
Da fing ich schon an zu googlen und mir wurde schnell klar, dass er womöglich einen Burnout hat.
Vor 2 Jahren während der EM war er bei einem Spiel der Deutschen und bekam eine erste Panikattacke. Es folgten mehrere und im Herbst 2016 ging er dann zum Arzt. Der sagte ihm, das sei psychisch. Benannte es aber nicht direkt. Nannte es Erschöpfungssyndrom und verschrieb Opipramol. Nach langem Reden hat er sich dann im November 2016 dazu durchgerungen therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Leider nur bei einem HP f Psychotherapie weil natürlich keine Termine woanders zu kriegen waren. Er ging einige Male hin, dann ergab es sich, dass die Therapeutin mich mit therapieren wollte, weil Sosein Burnout ja auch immer die Partner mit betrifft. Rückblickend war dies vielleicht ein Fehler?!

Wir gingen ein Jahr regelmäßig hin. Aber er veränderte nichts und er öffnete sich auch nicht richtig. Anfang diesen Jahres wurde es immer schlimmer, er zog sich total zurück und saß nur noch mit versteinerte Mine auf der Couch, redete fast gar nichts mehr. Er ging auch nicht mehr zur Therapie.
Im März dann hat er mich aufgrund einer Eskalation die vollkommen irrational war, von sich gestoßen und mir gesagt, dass er mich nicht mehr liebt und er keinen Bock mehr hat und dass er sich nur noch um sich und seine Arbeit kümmern will.

Trotzdem will er in zwei Wochen in die neue (im Januar geplant) Wohnung ziehen. Er ist dann eine Woche nach dem Vorfall 2x auf der Arbeit morgens zusammengebrochen. Obwohl totale Funkstille zwischen uns herrschte hat er natürlich mich angerufen um ihn zu holen. Beim 2. Zusammenbruch ist er dann mit mir gemeinsam zum Hausarzt gegangen, der ihm ganz deutlich gemacht hat, dass er was ändern muss und dass er "richtige" therapeutische Hilef bei einem ausgebildeten Psychologen braucht. Er hat die Therapeutenliste weggeworfen. Er geht nun allerdings immerhin wieder zu der HP. Er hat bis heute nie mit mir geredet über das was vorgefallen ist. Zwei Wochen gar kein Wort mit mir geredet, jetzt wieder Oberflächliches, hauptsächlich Dinge die seine Arbeit betreffen.

Er sitzt nach wie vor, wenn er zuhause ist nur mit seinem Handy nonstop auf der Couch. Allerdings fährt er Samstags plötzlich wieder in seine alte Jugend-Stammkneipe in sein Heimatdorf. Mir kommt es so vor, dass er Abstand von den Leuten hält, mit denen er in der jüngeren Vergangenheit befreundet war und lieber Leute trifft, die er jahrelang nicht gesehen hat. Weshalb, das ist für mich ein großes Fragezeichen.
Ist dies wieder eine Art Flucht oder ist es ein Weg "zurück zu den Wurzeln" zu finden, zurück zu Dingen, die ihm früher Spaß gemacht haben? Ich habe soviel zum BO gelesen und ich bin mir nicht sicher ob dieses Verhalten eher positiv oder negativ zu sehen ist? Könnt ihr mir hierzu etwas sagen?

Lieben Dank!

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