Zuzahlungsbefreiung von Krankenkasse

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Belgis
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Zuzahlungsbefreiung von Krankenkasse

Ungelesener Beitrag von Belgis » Do 10. Jan 2019, 16:54

Hallo zusammen,

ich hab da mal eine Frage: Ich kann aufgrund meines Burn-Outs nur Teilzeit arbeiten und muss den Rest mit ALG2 aufstocken. Ich weiß vom hören sagen, dass HartzIV-Empfänger sich von den Zuzahlungen bei Medikamenten befreien lassen können. Jetzt liegt mir das Antragsformular vor und da steht, dass ich 2% vom Jahreseinkommen im Voraus bezahlen muss und nur für das drüber dann befreit werde.
Jetzt hab ich mal grob gerechnet, sofern ich das kann... Mathe liegt mir nicht...
Beispiel (Zahlen stimmen natürlich nicht):
Wenn ich pro Jahr 10000 Euro einnehme, dann sind 2% davon 200 Euro, richtig? Wenn ich aber "nur" 8 Packungen im Jahr an Medikamenten brauche, die jeweils 6 Euro Zuzahlung kosten, dann bin ich ja nur bei 48 Euro, richtig? Dann würde ich ja, falls ich nicht wieder im Krankenhaus lande und dort 10 Euro pro Tag zahlen müsste, 152 Euro drauf zahlen. Dann lohnt es sich ja gar nicht den Antrag zu stellen, oder?

Hat jemand Erfahrung damit?

Liebe Grüße

Wallis
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Re: Zuzahlungsbefreiung von Krankenkasse

Ungelesener Beitrag von Wallis » Do 10. Jan 2019, 17:18

Zunächst solltest du dich als Chroniker vom Arzt oder Psychotherapeuthen bescheinigen lassen. Dann sind es nur 1 % vom Einkommen.

Du kannst auch bis zu 3 Jahre nachträglich Belege bei der KKH einreichen. Das mit der Vorauszahlung würde ich nicht machen.

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Re: Zuzahlungsbefreiung von Krankenkasse

Ungelesener Beitrag von ZeroOne » Fr 11. Jan 2019, 14:19

Hi Belgis!

Wallis hat Recht: als chronisch Kranker liegt die Belastungsgrenze bei nur 1% (und nicht bei den HartzIV sonst üblichen 2%).

Im Voraus bezahlen musst du nicht! Das ist nur für die Leute von Vorteil, die wissen, dass sie die Belastungsgrenze auf jeden Fall überschreiten werden und sich dadurch das lästige Sammeln und Ablegen von Belegen sparen können.

Du kannst bei den meisten KKs sogar bis zu 4 Jahren rückwirkend überschüssige Zahlungen zurückfordern, dafür musst du aber logischerweise die Belege sammeln und einreichen.

Hast du mit deiner KK schon darüber gesprochen? Was meinen die dazu?

LG
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Wallis
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Re: Zuzahlungsbefreiung von Krankenkasse

Ungelesener Beitrag von Wallis » Fr 11. Jan 2019, 16:03

man muss übrigens kein Hartzler sein oder ALG2 sein, um eine Belastungsgrenze zu erreichen. Die 2 % gelten für alle, egal ob Student, Geringverdiener, Hausfrau oder auch Besserverdiener, sofern sie hohe Ausgaben für Zuzahlungen haben. Ebenso die 1 % Grenze für Chroniker.
Einreichbar sind neben Medikamenten und Krankenhausaufenthalten Zuzahlungen für Physiotherapie, Schuheinlagen etc, Brillen etc fallen glaube ich nicht darunter, auch Zahnarztzuzahlungen nicht (es mag da Ausnahmen geben, aber die kenne ich nicht im Detail). Auf der Homepage deiner KK müsste das aber auch irgendwo detailliert beschrieben sein.
zB hier: https://www.tk.de/techniker/service/lei ... en-2017620

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Re: Zuzahlungsbefreiung von Krankenkasse

Ungelesener Beitrag von Belgis » Mo 14. Jan 2019, 13:48

Hi ihr Lieben,

herzlichen Dank für eure Antworten. Das hilft schonmal sehr viel weiter.

Dann werde ich mich jetzt um die vergangenen Jahre kümmern. Und das laufende Jahr warte ich erst mal ab. Ich hoffe ja nicht, dass ich wieder in der Klinik lande ;-)

Liebe Grüße

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Re: Zuzahlungsbefreiung von Krankenkasse

Ungelesener Beitrag von ZeroOne » Di 15. Jan 2019, 09:04

Hi!

Was ich mich - rein interessehalber - gefragt habe war, wie das bei Partnerschaften (Ehe) aussieht?! Gilt da auch nur das Einkommen des Betroffenen, oder wird das des Partners hinzu addiert? Im Netz habe ich dazu nix gefunden...

LG
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Re: Zuzahlungsbefreiung von Krankenkasse

Ungelesener Beitrag von Wallis » Di 15. Jan 2019, 10:06

In der Ehe wird das Einkommen zusammengerechnet.
Für Familien verringert sich die Belastungsgrenze durch die Kinderfreibeträge und gegebenenfalls den Freibetrag für den Ehepartner

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