Betriebliches Eingliederungsmanagement ablehnen?

Die Diagnose wurde von einem Arzt gestellt - wie geht es jetzt weiter? Fragen, Anregungen, Lösungen ...
mattes
Fleißiges Bienchen
Fleißiges Bienchen
Beiträge: 40
Registriert: Fr 9. Okt 2009, 06:26
Geschlecht: Männlich
Ich bin: Betroffene(r)

Re: Betriebliches Eingliederungsmanagement ablehnen?

Ungelesener Beitrag von mattes » Mo 23. Jul 2018, 17:07

Hallo ihr Lieben,

vielen Dank nochmal für Eure Tipps.

Wollte mich erstmal bedanken und melden wie der neueste Stand ist.

Ich habe mich dagegen entscheiden, da ich einfach noch nicht so weit bin. Habe mich allerdings mit meinem Chef privat getroffen und ihm die Lage erklärt.

Er hatte ein wenig zu meinem Überraschen vollstes Verständnis und hat mir die Zeit gegeben, die ich selbst benötige.

Habe mit ihm vereinbart, dass ich ihn auf dem Laufenden halte und wenn es soweit ist, auch zum BEM bereit bin.

Lg. Mattes

Schnie
Kürzlich registriert
Kürzlich registriert
Beiträge: 1
Registriert: Mi 9. Jan 2019, 00:22

Re: Betriebliches Eingliederungsmanagement ablehnen?

Ungelesener Beitrag von Schnie » Mi 9. Jan 2019, 00:30

Hallo,

durch meine Internetrecherche zum Thema BEM bin ich hier auf den Thread aufmerksam geworden und würde ihn gerne kurz etwas wiederbeleben - in eigener Sache.

Kurz zu mir: Ich bin seit Anfang April im Krankengeldbezug, Diagnose schwere Depression mit Anpassungsstörung, zwischendurch auch mal eine Belastungsreaktion. Vermehrt wurde festgestellt, dass meine Arbeit und die dortige Unterforderung, gepaart mit einer Überforderung ( durch Arbeitszeiten hauptsächlich ) die Depression wieder aufleben lies.
Ich werde mein Arbeitsverhältnis im Februar zum 31.3 kündigen, da ich ab dem 1.4 in einer Ausbildung bin. Ich habe noch einiges an Urlaub über, was ich von Ende Februar bis bitte März nehmen werde, bis dato bleibe ich krankgeschrieben. Ist bereits mit meinem Hausarzt so abgesprochen.

Nun wurde ich heute ganz überraschend zu einem BEM eingeladen, nach so langer Zeit - es kommt mir schon spanisch vor - und soll nun binnen von zwei Wochen Bescheid geben, ob ich teilnehmen möchte, oder nicht.
Nun, ich werde das Unternehmen verlassen (was sie natürlich nicht wissen) und sehe daher dieses Gespräch als totalen Nonsens an.Nun ist meine Frage, wie ich mich ohne Folgen davor drücken kann. Mein Plan ist es, mein generelles Interesse zu bekunden aber zu erwähnen, dass eine Teilnahme aktuell aus gesundheitlichen Aspekten nicht machbar ist und mich in den kommenden 3-4 Wochen erneut melden werde. Bis dato sollte dann meine Kündigung auch rausgegangen sein.
Kann man mir daraus einen Strick drehen? Mich eventuell eher kündigen so dass ich - auch wenn es nur kurze Zeit ist - auf ALG angewiesen sein werde?

Liebe Grüße

Wallis
Quasselstrippe
Quasselstrippe
Beiträge: 127
Registriert: Di 18. Dez 2018, 00:30

Re: Betriebliches Eingliederungsmanagement ablehnen?

Ungelesener Beitrag von Wallis » Mi 9. Jan 2019, 10:06

Schnie hat geschrieben:
Mi 9. Jan 2019, 00:30

Ich werde mein Arbeitsverhältnis im Februar zum 31.3 kündigen, da ich ab dem 1.4 in einer Ausbildung bin. Ich habe noch einiges an Urlaub über, was ich von Ende Februar bis bitte März nehmen werde, bis dato bleibe ich krankgeschrieben. Ist bereits mit meinem Hausarzt so abgesprochen.

Nun wurde ich heute ganz überraschend zu einem BEM eingeladen, nach so langer Zeit - es kommt mir schon spanisch vor - und soll nun binnen von zwei Wochen Bescheid geben, ob ich teilnehmen möchte, oder nicht.
Nun, ich werde das Unternehmen verlassen (was sie natürlich nicht wissen) und sehe daher dieses Gespräch als totalen Nonsens an.Nun ist meine Frage, wie ich mich ohne Folgen davor drücken kann. Mein Plan ist es, mein generelles Interesse zu bekunden aber zu erwähnen, dass eine Teilnahme aktuell aus gesundheitlichen Aspekten nicht machbar ist und mich in den kommenden 3-4 Wochen erneut melden werde. Bis dato sollte dann meine Kündigung auch rausgegangen sein.
Kann man mir daraus einen Strick drehen? Mich eventuell eher kündigen so dass ich - auch wenn es nur kurze Zeit ist - auf ALG angewiesen sein werde?
Du willst sicherlich ein gutes Zeugnis von deinem jetzigen Arbeitgeber erhalten. Daher würde ich fair sein und mit offenen Karten spielen. Was hindert dich daran, jetzt schon zum 31.3. zu kündigen? Dann hat dein Arbeitgeber auch genügend Zeit, einen Nachfolger für dich zu finden.
Die werden sich denken können, daß dein neuer Ausbildungsvertrag nicht plötzlich vom Himmel gefallen ist. Verzögerungsmanöver hinterlassen keinen guten Nachgeschmack.
Übrigens kannst du auch während einer Krankschreibung gekündigt werden.
Laß dich mal von einem Arbeitrsechtler beraten, was nun sinnvoll ist.

Benutzeravatar
ZeroOne
Schnattertasche
Schnattertasche
Beiträge: 375
Registriert: Mi 21. Sep 2011, 13:37
Geschlecht: Männlich
Ich bin: Betroffene(r)
Herkunft: Uterus

Re: Betriebliches Eingliederungsmanagement ablehnen?

Ungelesener Beitrag von ZeroOne » Mi 9. Jan 2019, 14:48

Hi Schnie!

Ich schließe mich Wallis an: im Hinblick auf ein gutes Zeugnis ist es sicherlich besser, mit offenen Karten zu spielen. Eigentlich sollte es dem Arbeitgeber egal sein, wenn du schon jetzt zum 31.03. kündigst.
Du bist ja nicht mehr in der Lohnfortzahlung und verursachst für ihn daher keine Kosten. Im Gegenteil: ein unnötiges BEM würde Kosten produzieren.
Aber rein rechtlich/theoretisch bist du nicht zur Teilnahme am BEM(-Gespräch) verpflichtet und kannst auch ohne Angabe von Gründen ablehnen. Im Falle eines Rechtsstreits würde das allerdings die Position des Arbeitgebers stärken.

Zum Thema BEM findest du übrigens auch hier im passenden Forum Beruf und BurnOut einiges.

LG
ZeroOne

Antworten

Zurück zu „BurnOut - und jetzt?“