Lustlosigkeit, Vereinsamung

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Man merkt es eigentlich kaum, aber man sucht zusehends Gründe, um an diversen Tätigkeiten nicht teilnehmen zu müssen. Das Unterbewusstsein hat längst verstanden, dass Körper und Geist an ihre Leistungsgrenze gestoßen sind und versucht, sich so eine Ruhepause zu verschaffen. Es fehlt letztendlich der Antrieb zu jeglicher Tätigkeit. Schon beim Aufstehen versucht man zwanghaft zu rechtfertigen, nicht zur Arbeit, zu privaten Veranstaltungen oder anderen Aktivitäten zu gehen.

Es entsteht eine Art soziale Isolation. Der Freundeskreis zieht sich zurück oder wird immer mehr auf Distanz gehalten. Eine Art Einsiedlerleben ist die Folge. Eine Eigenart der Krankheit ist es jedoch, sich zusehends zu verschlechtern. So wird der Wunsch, sich vom Umfeld abzugrenzen immer stärker und es kommt zu ausgeprägten Paniksituationen. Schon die einfache Einkaufsfahrt wird zum Problem. Man hat das Gefühl, von allen beobachtet zu werden und bezieht jedes Lachen, jedes Gespräch auf sich.

Das Selbstwertgefühl ist im Keller und drückt auf's Gemüt. Die körperliche Reaktion auf diesen inneren Kampf wird früher oder später die Panikattacke sein, welche als solche häufig nicht erkannt wird. Aufkommendes Herzklopfen, starkes Schwitzen und Zittern erzeugen physisches Unbehagen.

Die Vermeidung jeder Art als negativ empfundenen Einflusses wird zum Hauptgeschäft des täglichen Lebens. Das Unterbewusstsein übernimmt die Steuerung und dirigiert den Betroffenen in unbekannte Gewässer. Schließlich verliert er sein bisher gewohntes Lebensgefühl und droht in die dauernde Depression abzugleiten.

Lustlosigkeit kann aber auch durchaus wörtlich genommen werden. Fehlende Lust kann sich auch auf die sexuellen Aktivitäten auswirken. Man distanziert sich aus unterschiedlichsten Gründen vom Partner. Vielleicht fühlt man sich der körperlichen "Anstrengung" einer sexuellen Aktivität nicht mehr gewachsen oder möchte einfach für sich allein sein. Möglicherweise sieht man sich aber auch mit der Problemstellung konfrontiert, dass der Geschlechtsakt aus rein praktischen Gründen (z.B. Erektionsstörungen, trockene Scheide ...) nicht mehr funktioniert. Hierrüber sollte man nicht in Panik geraten, sondern sich ebenfalls der Ursache des Problems zuwenden und die ganze Angelegenheit mit dem Partner erörtern.

Viele BOler wären erstaunt, wenn sie wüssten, wie hilflos ihre Partner bezüglich ihrer Lage sind. Woher sollen sie auch wissen, was vor sich geht? Miteinander zu sprechen ist wohl die wichtigste Therapieform im Rahmen eines BurnOut.

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