Ich fühle mich hilflos...

Der / die Betroffene ist ein(e) Angehörige(r) oder Lebenspartner(in) ...

Moderator: Setareh

Ich fühle mich hilflos...

Ungelesener Beitragvon Schneeblume » Fr 27. Apr 2012, 20:55

Hallo,
ich habe mich und unsere Situation in vielen Beiträgen wiedererkannt. Nun hoffe ich auch auf Hilfe.... :cry:
Mein Freund und ich sind seit fast 2 Jahren zusammen, es war wirklich das ganz große Gefühl und jetzt steckt er voll im Burn out. Letztes Jahr hatte er schon schwere depressive Episoden, die es mir sehr schwer gemacht haben, aber er ist die Liebe meines Lebens und ich will ihn nicht aufgeben. Genau deswegen sind wir Anfang des Jahres in eine Paartherapie, weil ich mir gehofft hatte endlich Antworten für sein Verhalten zu finden. Und da kam die Bestätigung: Burn out.
Der Therapeut hat ihm dringend geraten erstmal zum Arzt zu gehen. Und was macht er? Natürlich nichts. Er weigert sich immer noch zum Arzt zu gehen, stattdessen geht er lieber noch mehr arbeiten. Wenn sein Körper nicht mal ein paar Stunden Schlaf einfordern würde, würde er die paar Stunden auch noch arbeiten, obwohl er total im A*** ist. Sein Körper total erschöpft ist.
Neben anderen Symptomen ist besonders die Emotionslosigkeit mit den Monaten immer schlimmer geworden. Manchmal hat er offene Momente und da sagt er selbst, das ihm diese totale Emotionslosigkeit irgendwie Angst macht. Aber endlich dagegen ankämpfen will er nicht. :cry: Stattdessen gibt er einzig allein der Beziehung die Schuld. Er sagt es wäre alles in Ordnung, wenn er keine Beziehung hätte. Alleine hätte er sein Leben immer geschafft. Aber beenden kann er sie auch nicht....warum wohl, weil ich ihm ja eigentlich doch viel bedeute. Aber für mich ist dieses hin und her die Hölle. Zumal weil ich mit ansehen muss, wie er sich selber kaputt macht und aufgibt. Er selber sagt, das er auch lieber tot sein könnte, dann hätte er keine Probleme mehr. Wie soll man damit umgehen sowas bei fast jeder Diskussion gesagt zu bekommen?
Da er sich so weigert zum Arzt zu gehen, hab ich ihm ein empfohlenes Burn out Buch besorgt "Burn out-Prävention: Das 12 Stufen Programm". Auch das war leider erfolglos, er hatte bisher noch nicht einmal Motivation über das Vorwort hinaus zu lesen.
Ich überlege die ganze Zeit, wie ich ihm noch mehr helfen kann. Er meint das geht alles von alleine wieder weg...wie soll Burn out von alleine weg gehen? Geht sowas überhaupt? Wenn man nichts dagegen macht sondern sich unbewusst nur noch weiter reinziehen läßt? Er hat es auch sonst keinem erzählt, seiner Familie erzählt er immer das alles bestens ist.
Ich weiß einfach nicht mehr weiter...ich will ihn nicht aufgeben! Ich liebe ihn über alles. Wie kann ich ihn dazu bringen hilfe anzunehmen?
Zudem ganzen kommt ja noch eine Sucht dazu, was ich gelesen hab, auch nicht untypisch bei Burn out ist...er trinkt immer mehr und öfters Alkohol. Ich habe ihn gebeten es doch bitte in der Woche nicht so zu übertreiben, wenn er dann Auto fahren muss. Aber ich bin in seinen Augen ja der Feind (so kommt es rüber) und ich will ihm ja den Spaß verbieten, dabei will ich nur nicht, das ihm was passiert. Und was ist....vorgestern abend hat er nachdem wir wieder über uns diskutiert haben,sich so doll betrunken bis nächsten morgen um 2 und da er ja noch nicht ganz ausgenüchtert war, als er morgens um halb 7 zu Arbeit gefahren ist hatte er aufen Weg fast einen Unfall gebaut hat. Was soll noch passieren damit er aufwacht?
Ich hab ihm gesagt, das unsere Beziehung sein kleinstes Problem ist und er uns nicht einfach aufgeben soll. Ich informiere mich immer mehr über Burn out und bin in dem Zuge auch hier auf das Forum gestoßen.Viele Beiträge sind wie ein Spiegel meiner und seiner momentanen Situation. Ich habe überlegt, ob ich ihm mal vorschlage hier auch mal ein paar Beiträge zu lesen, vielleicht würde er dann sein Problem besser verstehen und erkennen. Was meint ihr?

uiuiui...jetzt hab ich doch mehr geschrieben, als ich eigentlich vor hatte...ich hoffe es ist nicht zu verwirrt
Ich würde mich über Feedback sehr freuen

Liebe Grüße
Schneeblume
Schneeblume
 

Re: Ich fühle mich hilflos...

Ungelesener Beitragvon Micha » Sa 28. Apr 2012, 10:11

Guten Morgen, Schneeblume!

Herzlich Willkommen im BOF! Ich wünsche Dir, dass Du hier die Anregung und Unterstützung bekommst, die Du brauchst!

Deine Situtaion ist verfahren. Das lässt sich nicht anders sagen. Aber wahrscheinlich wird er nicht auf Dich hören, sondern sein AHA-Erlebnis ganz alleine haben müssen. Schlimm, falls es erst ein Unfall unter Alkoholeinfluss sein muss, was wir nicht hoffen wollen. Was ich aber eigentlich damit sagen will: es wird nichts bringen, wenn Du weiterhin auf ihn einredest. Versuche bei der ganzen Angelegenheit auch auf Dich und Deine Bedürfnisse zu achten. Gib Dich selbst wegen der Liebe nicht auf, sondern bleib bei Dir.

Vielleicht gibt es noch jemanden von außen, der mit ihm reden könnte? Freund? Familie? Such Du Dir dort Unterstützung in jedem Fall. Du bist nicht alleine und musst da auch nicht alleine durch!

Hoffe, ich konnte Dir ein bisschen helfen!

Viele Grüße, Micha
Micha
 

Re: Ich fühle mich hilflos...

Ungelesener Beitragvon Schneeblume » Mi 2. Mai 2012, 15:32

Hallo Micha,

danke für deine Antwort.
Aber es ist schon schwer auch an mich dabei zu denken. Ich liebe ihn über alles und es ist so frustrierend, einfach so hilflos alles mit anzusehen. Manchmal wünsche ich mir echt den Holzhammer, um ihn wach zu kriegen und er sich endlich zum Arzt bewegt.
Ich würde mir gerne Unterstützung holen, aber ich traue mich nicht. Seine Eltern wissen von gar nichts. Seine Eltern wohnen nicht hier, er telefoniert 1x die Woche mit denen und sagt dann natürlich das bei ihm alles super ist. Manchmal möchte ich ihnen schon gerne die Wahrheit sagen, schließlich habe ich ja bisher sie auch angelogen. Ich dachte bisher, ich habe da vielleicht kein Recht dazu jemand von außen "einzuweihen" ohne sein Wissen. Mich würde interessieren wie andere Lebenspartner von BO sich verhalten? Bin da ziemlich unsicher, aber alleine schaffe ich das alles wirklich nicht. :cry: Aber ihn aufgeben kommt für mich nicht in Frage.
Ich war jetzt ein paar Tage mit einer Freundin weggefahren, um mal ein bißchen abzuschalten...hatte ja eigentlich auch relativ gut funktioniert, dann hab ich ihn heute angerufen, das ich wieder da bin und hatte mich echt gefreut endlich wieder seine Stimme zu hören und was kam von ihm...nichts. Freude hört sich anders an. Ich sag mir dann immer, das ja die Emotionslosigkeit ein Symptom ist, aber sowas macht einen echt traurig. Ich könnte echt heulen! :cry:

Schneeblume
Schneeblume
 

Re: Ich fühle mich hilflos...

Ungelesener Beitragvon Schneeblume » Do 3. Mai 2012, 09:46

Ich weiß nicht mehr was das Richtige ist, was jetzt zu tun ist.
Ich habe ihm gestern Abend am Telefon von diesem Forum erzählt und das ich ihm das heute wenn ich zu ihm komme gerne mal zeigen würde, damit er lesen kann, das es auch anderen geht wie ihm und das es nur mit Hilfe wieder weg geht. Er hat erstmal zugestimmt sich das BO-Forum anzuschauen. Ist das gut oder bedränge ich ihn damit doch zu sehr?
Ich weiß es nicht.

Ich habe ihm auch gesagt, das ich jetzt seine Eltern einweihen werde, das ich da nicht mehr mitmache sie anzulügen. Ich kann nicht mehr alles alleine ertragen, ich brauche Unterstützung und hoffe das seine Eltern mir glauben und mir helfen und mit ihm nochmal reden. Oder ist es doch ein Fehler?

Ausschlaggebend war für die Entscheidung das er jetzt innerhalb von einer Woche 4x bis zum totalen Black out Alkohol getrunken hat, er aber ja die Woche trotzdem zu Arbeit ist und sozusagen unter Restalkohol gearbeitet hat. Von einem Vorfall hatte ich ja am Anfang schon mal geschrieben, wo er fast einen Unfall hatte, weil er von der Straße abgekommen ist. Beim 4. Mal war er jetzt so betrunken, das er sich sogar mit jemanden prügeln wollte....und glaubt mir, das ist nicht er. Er würde sich nie prügeln, so ist er nicht. Normalerweise wenn er Alkohol getrunken hatte, dann wird er immer ruhiger bis er sozusagen einschläft, aber aggressiv? nein, wirklich nicht.
Ich war so geschockt, wo soll das noch hinführen? Ich erkenne ihn nicht mehr wieder. :cry:

Ich war ja jetzt ein paar Tage weggefahren und er hat nichts besseres zu sagen, als er war froh das ich nicht da war, denn so konnte er den ganzen Tag arbeiten und saufen ohne das ich immer was sage. Er stellt mich hin, als würde ich ihm gar nichts gönnen. Das ist so verletzend. Und ich habe ihn so vermisst, schließlich liebe ich ihn ja noch.
Ich weiß das ihm Abstand und Verständniss gut tun würde, das habe ich hier schon viel gelesen, aber es fällt mir schwer auf Abstand zu gehen, wenn er aber keine ärztliche Hilfe hat. Wie soll es denn dann besser werden, da er ja nichts an seinem Leben ändert, sondern dann im Gegenteil sich noch mehr in die Tiefe stürzt. Ich weiß nicht was das Richtige ist. :cry:

Noch habe ich Kraft, aber es tut einfach so weh das er so emotionslos mir gegenüber ist. Das es ihm so egal ist, ob ich nie wieder komme. :cry: Aber wirklich den engültigen Schnitt und sich von mir trennen kann er auch nicht. Gott sei dank, denn das zeigt mir, das vielleicht doch noch nicht alles verloren ist. :cry:
Kann mir hier jemand sagen, was ich machen soll? Ich weiß es nicht....
Schneeblume
 

Re: Ich fühle mich hilflos...

Ungelesener Beitragvon Schneeblume » Do 10. Mai 2012, 22:16

Es ist doch echt zum verzweifeln. :cry: Ich weiß nicht wie die meisten das von euch aushalten. Es geht um Geduld und die Funkstille und diese qäulenden Gedanken.
Da wir Samstag einen gaaaaaaanz schlechten Tag hatten, hatte ich mir dann Sonntag überlegt in den sauren Apfel zu beißen und ihm ein bißchen Zeit für sich zu lassen und ein bißchen Abstand zu halten. Hatte Samstag mehrfach versucht mit ihm über sein Burn out zu reden, aber er sagt immer "ich bin nicht krank". Keine Chance. :cry: Selbst eine normale Unterhaltung war nicht möglich, den ganzen Tag lag eine Spannung in der Luft. Nun am Sonntag war er besser drauf, aber das Thema Burn out hab ich dann gemieden.
Ich lese hier jeden Tag ganz viele Beiträge um wirklich zu versuchen, warum er so ist. Es ist echt schwierig. Und ohne ärztliche Unterstützung noch viel schwieriger. Es wird oft berichtet das BO'ler Zeit brauchen und nicht bedrängt werden wollen, was im schlimmsten Fall eine Zwangspause auf Wunsch des BO'ler mit sich zieht. Das würde ich noch weniger aushalten.
Also dachte ich mir, ich komme ihm sozusagen zuvor. Ich habe ihm gesagt, ihm die Zeit zu geben die er braucht, das ich ihn loslasse und nicht mehr so bedränge und klammer. Das ich immer für ihn da bin, egal ob Tag oder Nacht. Ich habe ihm gesagt, das ich weiß, wenn ich ihn noch mehr bedränge ich ihn ganz verliere und das will ich nicht. Schließlich ist er doch die Liebe meines Lebens. Lieber versuche ich 3 Wochen auszuhalten ohne mit ihm zu telefonieren und zu sehen, als ihn nie wieder zu hören oder zu sehen (3 Wochen, weil wir für Pfingsten was zusammen hier bei mir geplant haben). Er hatte sich alles ganz ruhig angehört und war damit einverstanden. Er sagte aber auch, das es für ihn in Ordnung ist, wenn ich es gar nicht mehr aushalte ich mich melden könnte. So hätte ich auch nicht so einen Zwangsdruck. Er wirkte danach, als sei eine kleine Last von ihm abgefallen und war wieder viel gesprächiger und lockerer im Umgang (sofern das mit seiner Emotionslosigkeit geht).
Am Montag bei der Verabschiedung war alles fast normal mit ihm, Umarmung, Kuss, "Hab dich lieb". Ich meinte nur, vielleicht ist ihm ja doch mal in den 3 Wochen nach telefonieren....und er sagte "bestimmt und ich denke an dich". Seit dem halte ich es ganz tapfer durch mich nicht zu melden, auch wenn mir unsere abendlichen Telefonate fehlen und ich ohne seine Stimme vorm einschlafen gehört zu haben nicht wirklich schlafen kann. Ich weiß das sich das albern anhört. Habe vielleicht jetzt pro Nacht kaum mehr als 3 Stunden geschlafen. :-( Ich sage mir immer wieder, das es ja erstmal nur bis Pfingsten ist, aber es ist sooooooooooooooooooooo schwer. Jedesmal wenn hier mein Telefon klingelt, zuck ich zusammen und hoffe das er es ist...aber leider ist er's natürlich nicht. :cry: Bisher erst 4 von 19 Tagen geschafft. :-(
Hintergedanke bei dem ganzen war eigentlich auch, das er sich vielleicht hoffentlich in den 3 Wochen so richtig überarbeitet (ich weiß, das der Gedanke vieleicht nicht richtig ist, aber ich weiß keinen anderen Weg mehr), weil ich ihn ja in seinen Augen dann nicht davon abhalte, das er vielleicht dann endlich merkt, das der Körper das nicht mehr kann. Er meint ja, wenn er mit mir abends gegen 19/20 uhr nicht telefonieren muss, kann er länger arbeiten (von morgens 6.45 uhr an wohlbemerkt). Schließlich ist ja jetzt noch bis 21/22 uhr hell. Er ist ja Dachdecker und nebenbei noch Hausmeister und macht sonst noch hier und da handwerkliche Sachen nebenbei. Ich wünsche mir so sehr, das sein Körper endlich streikt, damit er endlich begreift, das er Hilfe braucht....es tut mir so unendlich leid, das ich schon so denke, aber ich fühle mich einfach nur noch wirklich hilflos.
Naja, und dann mich nicht ganz zu verlieren ist doch schwierig. :-(
Schneeblume
 

Re: Ich fühle mich hilflos...

Ungelesener Beitragvon Schneeblume » Mo 14. Mai 2012, 15:25

Ich habe momentan das Gefühl ich schaffe das alles nicht :cry: ...ich will das alles wieder wie vorher ist. :cry:
Ich will wieder meinen Freund zurück. :cry:
Ich will nicht diesen nach Arbeit süchtigen Roboter. :cry:
Ich will nicht mehr so auf Distanz gehalten werden. Durch die 100km, die wir sowieso schon auseinander liegen fühle ich mich eh schon hilflos, aber jetzt kommt es mir wie 1000km vor. :cry:
Ich will diese Hilflosigkeit nicht mehr. Ich will endlich helfen...Fortschritte sehen, die einen motivieren und zeigen, das man in die richtige Richtung läuft. :cry:
Ich weiß das Geduld das Hauptwort ist, aber es ist so schwierig. :cry: :cry:
Ich versuche weiß gott mich abzulenken und nicht so viel zu grübeln, aber ich schaffe es nicht. :cry:
Ich habe Angst, das ich ihn ganz verliere umso mehr Zeit vergeht ohne das er sich ärztlich behandeln läßt und das Burn out weiter voran schreitet. :cry: Ich will ihn nicht verlieren! :cry:
Sollte ich mit ihm vielleicht doch nochmal eine Paartherapiesitzung versuchen?????? Wäre doch wenigstens ein bißchen therapeutische Hilfe für ihn oder?

Ich brauche auf jedenfall jetzt auch professionelle Hilfe für mich, sonst schaffe ich es nicht genug Kraft zu haben das alles durch zu stehen. :cry:
Habe mir bei dem Therapeuten, wo wir zur Paartherapie waren, einen Termin gemacht. Der kennt wenigstens mich schon und unsere Situation. Jetzt muss ich nur noch bis dahin durchhalten. :cry:
Schneeblume
 

Re: Ich fühle mich hilflos...

Ungelesener Beitragvon maikom » Mo 14. Mai 2012, 16:23

Hallo Schneeblume,

ich kann deine Situation verstehen, es ist eine schwierige Lage. Gerade für Männer, die sich als stark und unverwundbar sehen, ist eine Krankheit wo sie Schwäche und Kraftlosigkeit sich eingestehen müssen, schwer verdaulich. Aber mit Druck und Ungeduld, wirst du nichts erreichen. Eher mit Aufklärung und Verständnis.

Hast du ihm klar gemacht, das nach einem Burn-Out, wenn man diesen nicht kontrollieren kann, ein Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen, dem eventuell der Tod dann gegenübersteht. Vielen ist das nicht bewusst, ich habe auch lange gebraucht um das als Krankheit zu akzeptieren. Ich war auch früher ein "Arbeitstier" las ich von Burn-Out-Patienten oder von einem Robert-Enke, dachte ich auch die haben ihr Leben nicht im Griff, die sollen mal, sich nicht so haben und sich mal zusammenreißen. Für einen der Burn-Out noch nie durchlebt hat, ist es schwer vorstellbar, das du in gewissen Situationen dem einfach ohnmächtig ausgeliefert bist, die Arme und Beine sind schwer und der Körper weigert sich wie ein Demonstrant, das zu tun, was du von ihm verlangst, das ganze von heute auf morgen. Und da ist bei vielen das größte Missverständnis, viele denken das gegen die Wand fahren, kam von heute auf morgen, und so geht es auch wieder weg, da brauch ich keinen Wiesendoktor, ein paar Tage noch, dann ist alles wieder gut.

Ist es aber nicht, ich dachte auch am Anfang so, hielt mich auch für stark und das ich alles unter Kontrolle habe, mittlerweile begleitet der Burn-Out mich schon seit 5 Monaten.

Das ist Aufklärung die du aber betreiben kannst, es ist illusorisch, wenn du glaubst dein Freund würde ein Buch lesen, nur weil du es ihm hinlegst, er ist noch in der Phase, wo er meint es ist alles unter Kontrolle, er kann weiter machen wie bisher und es ist nur so eine "Phase".

Du darfst halt nur nicht aufgeben, das wäre jetzt das schlimmste was deinem Freund passieren könnte, denn wenn er in die Phase der Erkenntnis kommt, das ein Burn-Out eine Krankheit ist, braucht er jede Hilfe und Unterstützung die er kriegen kann...

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Re: Ich fühle mich hilflos...

Ungelesener Beitragvon verlorener engel » Mo 14. Mai 2012, 22:28

hallo maik,

deine denkansätze sind recht gut nachzuvollziehen. aber und es gibt ein aber, es ist nicht einfach diesen ganzen mist mitzumachen und dann noch positiv zu denken bzw ihn positiv anzuregen. wenn der boler sich anschottet und sich in seine welt zurückzieht in der ihm alle was böses wollen und nur er das richtige macht. es ist nicht einfach auf ihn einzugehen wenn er sich immer mehr abschottet. und es ist auch nicht einfach über all seine verletzungen hinweg zu sehen, den er mit sich, seinem leben und der umwelt so anstellt. für ihn sind wir die bösen und von diesen menschen lass ich mir doch nix sagen.
es ist schon klar das er hilfe und verständnis braucht aber wo sollen wir denn noch die kraft für diese her nehmen wenn er uns nach und nach kaputt spielt und uns eh auf distanz hält, woher sollen wir wissen bei dieser gefühlskälte ob wir ihm überhaupt noch was wert sind und ob sich das kämpfen wirklich lohnt?

ich kann die bedenken die schneeblume hat durch aus nachvollziehen.

und auch wenn bo diagnostiziert ist wird es nicht wirklich einfacher!

so schluss mit trübsalblasen, das hilft nun wirklich keinem. wie sag ich immer so schön "die hoffnung stirbt zuletzt".

ich denk ganz dolle an dich, und denk dran nach nem doofen tag kommt auch wieder ein guter und von diesem musst du dir die kraft nehmen das alles durchzuhalten. und glaub mir das schaffst du, denn meine süße ich hatte zum anfang auch nicht das gefühl das ichs schaffe und nun sind wir ein kleines bischen weiter. grins.

fühl dich dicke umarmt und ganz dolle gedrückt schick dir n bischen von meiner kraft

vlg denise
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Re: Ich fühle mich hilflos...

Ungelesener Beitragvon Schneeblume » Fr 18. Mai 2012, 19:07

Ich habe leider den Kampf gegen das Burn out von meinem Schatz verloren...ich habe ihn verloren. :cry: :cry: :cry: :cry:

Es lief soweit gut...vorgestern haben wir noch telefoniert, es war seit langem mal wieder ein langes Telefonat, was wirklich entspannt gut lief. Er hatte sogar am Schluß von sich auch "Hab dich lieb" und "Ich denk an dich" gesagt, ohne das ich ihn dazu gedrängt habe.

Und dann kam gestern...er ist so ausgerastet, das er auf mich los ist und auf mich eingeprügelt hat. naja, vorher hat er mir förmlich das Herz raus gerissen, weil er sich mit seiner Nachbarin und seinem Kumpel über mich lustig gemacht haben...weil ich das nicht witzig fand, als ich ihn angerufen hab und seine Nachbarin meinte mir vorspielen zu müssen sie sei seine Neue. (Er hatte mich einmal schon betrogen vor 1 1/2 jahren) Daraufhin bin ich zu seinem Motorrad und hab es umgestossen...ich wusste nicht anders mir luft zu machen...dann ist er ausgerastet und hat auf mich eingeprügelt. Er hat nichts gesagt, nicht geschrien, nicht geschimpft, nur geschlagen. Diese Person war nicht mein Freund...ich weiß nicht wer das war. Er war noch nie in seinem ganzen Leben gewalttätig und mir gegenüber schon gar nicht.
Ich weiß, was ich getan hab war auch nicht in Ordnung, aber hätte er mich nicht nur anschreien können?

Sein Blick war leer....keine Menschlichkeit mehr. Ich weiß nicht, ob diese Agression vom BO kommt, aber anders kann ich's mir nicht erklären. So war er nie....nie. Ihm tat es nicht mal hinterher leid....ihm war es egal. Und ich dachte ich bedeute ihm noch irgendwo was.
Ich gebe ihn nicht gerne auf, aber unter den Umständen muss er alleine sehen, wie er jetzt mit seinen Depressionen klar kommt. Und da er unbedingt solche Todessehnsucht hat, dann muss er dem nachgeben. ich habe alles versucht.
Ich kann nicht mehr, er war meine große Liebe und nun ist er weg...nur noch sein Körper ist da mit dem Burn out als seine Seele....bin jetzt erstmal krank geschrieben. Brauche jetzt erstmal selber psychologische Hilfe.
Es kommt mir noch alles wie ein böser Traum vor....einen abend zuvor ist alles soweit gut und nächsten abend ist er eine völlig andere person. Ich verstehe es nicht. Liegt das alles nur am Burn out?
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Re: Ich fühle mich hilflos...

Ungelesener Beitragvon tina » Fr 18. Mai 2012, 20:14

Liebe Schneeblume

Ohje, ich habe gerade deinen Beitrag gelesen und es tut mir sehr leid, diese Geschichte zu hören!! Erstmal wünsche ich dir ganz viel Kraft, all das zu verdauen und einen guten Weg für dich aus dieser Situation zu finden! Du hast alles erdenklich Mögliche getan und wurdest dermassen zurückgewiesen und schlecht behandelt. Es scheint manchmal einfach Begebenheiten zu geben, in denen eine Person sich dermassen verliert und nicht wiederzukennen ist...es scheint wie ein böser Traum, das zieht einem den Boden unter den Füssen weg.

Du hast geschrieben, dass du dir Hilfe suchst, das ist das einzig Richtige!
Ich drücke dir fest die Daumen! Pass gut auf dich auf, es werden wieder einfachere Zeiten kommen!

Herzliche Grüsse, Tina
tina
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